Der tiefe Fall des Tennis-Stars Stefanos Tsitsipas: Aus den Top 50 gefallen
Tennis-Star Tsitsipas: Tiefpunkt mit Top-50-Aus

Der tiefe Fall eines Tennis-Stars: Stefanos Tsitsipas kämpft mit Karrierekrise

Der einstige Topstar Stefanos Tsitsipas durchlebt aktuell die schwierigste Phase seiner gesamten Tenniskarriere. Dem früheren Hoffnungsträger folgt ein frühes Ausscheiden auf das nächste, dazu plagen ihn hartnäckige körperliche Probleme. Die dramatische Entwicklung gipfelt nun darin, dass der griechische Ausnahmespieler sogar aus den Top 50 der Weltrangliste gerutscht ist – seine schlechteste Platzierung seit acht Jahren.

Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind

Stefanos Tsitsipas gilt unbestritten als bester Tennisspieler der griechischen Geschichte. Zu Beginn seiner vielversprechenden Karriere wurde ihm sogar zugetraut, die Nummer eins der Welt zu werden und reihenweise Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Kein Wunder, denn der talentierte Grieche besiegte in jungen Jahren bereits die legendäre Big Three um Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer und triumphierte bei den ATP Finals. Bis auf Rang drei der Weltrangliste kämpfte er sich vor und schien auf bestem Wege, die Tenniswelt nachhaltig zu erobern.

Sechs bis sieben Jahre später präsentiert sich die Situation jedoch völlig anders. Zwar erreichte Tsitsipas auch zwei Grand-Slam-Endspiele, von denen er eines trotz einer Zwei-Satz-Führung noch verlor – doch danach folgte der kontinuierliche Absturz, der nun seinen traurigen Tiefpunkt erreicht hat. Nach dem enttäuschenden Erstrundenaus beim prestigeträchtigen Turnier in Indian Wells rutschte der 27-Jährige tatsächlich aus den Top 50 der Weltrangliste.

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Das Rätsel um den Leistungsabfall

Der dramatische Leistungsabfall kommt nicht überraschend. Seit rund einem Jahr findet der Grieche nicht mehr zu seiner früheren Konstanz zurück und schafft kaum mehr als zwei Siege in Folge. Auch bei seinem absoluten Lieblingsturnier, den Australian Open, erlebte Tsitsipas zuletzt bittere Enttäuschungen. Nachdem er dort bereits dreimal das Halbfinale und einmal das Finale erreicht hatte – das er 2023 gegen Novak Djokovic verlor – schied der Grieche Anfang dieses Jahres bereits in der zweiten Runde aus.

Die anhaltenden Misserfolge gepaart mit körperlichen Problemen nahmen dem inzwischen 27-jährigen Athleten zwischenzeitlich sogar die Freude am Tennissport. „Selbst als ich das Turnier in Dubai im Februar 2025 gewann, war ich mir unsicher, ob ich das Niveau halten oder überhaupt weiter spielen könnte“, gestand Tsitsipas. „Im Laufe des Frühjahrs wurde es immer schlimmer, und schließlich machte mir das Spiel keinen Spaß mehr.“

Steiler Aufstieg – noch steilerer Abstieg

Erstmals tauchte Stefanos Tsitsipas bereits 2016 unter den Top 500 der Weltrangliste auf, nur ein Jahr später zählte er bereits zu den Top 100. Zwei Jahre später wurde er schließlich als „Most Improved Player of the Year“ ausgezeichnet und etablierte sich über Jahre fest in der Weltelite. Seine beste Platzierung erreichte der Grieche im August 2021 mit dem dritten Rang. Auch in den beiden Folgejahren etablierte er sich unter den Top Fünf und zählte regelmäßig zu den heißesten Anwärtern auf große Titel.

Doch dann folgte die unerwartete Wende. Ein Negativtrend festigte sich, zahlreiche Niederlagen gegen die größten Stars um Djokovic nagten an seinem Selbstvertrauen, was sich nun immer deutlicher in unerklärlichen Leistungseinbrüchen auch gegen schwächere Spieler zeigt.

Private Probleme und Trainerwechsel

Neben den sportlichen Herausforderungen kamen weitere Einflüsse hinzu, die mit dem Karriereabfall zusammenhängen könnten. Zum einen endete die vielbeachtete Liebesbeziehung mit der Tennisprofessionellen Paula Badosa. Doch viel gravierender ist wohl das ständige Hin und Her in Sachen Trainerbetreuung.

Immer wieder kamen erfolgreiche Coaches an Bord, und sein einflussreicher Vater Apostolos Tsitsipas sollte etwas kürzer treten – doch diese Abmachungen hielten oft nicht lange. Trainer wie der ehemalige Profi Goran Ivanisevic, der Tsitsipas zudem öffentlich kritisierte, warfen oft schnell wieder das Handtuch. So kehrte sein Vater auch offiziell ins Team Tsitsipas zurück, was seiner Karriereentwicklung bisher wenig geholfen hat.

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Körperliche Probleme und Karrieregedanken

Gleichzeitig kämpfte Tsitsipas zuletzt immer häufiger mit ernsthaften körperlichen Problemen, die sich auch massiv auf seine mentale Verfassung auswirkten. Vor allem sein Rücken bereitete dem Griechen in den vergangenen Monaten erhebliche Schwierigkeiten.

Nach seiner Niederlage bei den US Open 2025 gegen den Deutschen Daniel Altmaier sprach Tsitsipas offen über seine prekäre Situation: „Ich hatte wirklich Angst um meinen Rücken, weil ich zwei Tage nicht laufen konnte. Wenn so etwas passiert, beginnt man, die Zukunft seiner Karriere grundlegend zu überdenken.“

Wie stark ihn diese Gedanken beschäftigen, zeigte sich auch im Oktober 2025 beim Six Kings Slam in Saudi-Arabien. Nach einer deutlichen Niederlage gegen Jannik Sinner sagte Tsitsipas: „Wenn man nicht fit ist, in so einem schlechten Zustand – die ganze Zeit und nicht nur eine oder zwei Wochen –, dann gehen einem viele Gedanken durch den Kopf.“

Er sprach zudem offen über Phasen, in denen er sich existenzielle Grundsatzfragen gestellt habe: „Warum mache ich das eigentlich? Am Ende ist es mir wichtiger, glücklich und frei zu sein, als wegen des Sports, den ich liebe, ständig Probleme mit Schmerzen zu haben. Ich würde dem lieber ein Ende setzen, wenn es so weitergeht.“

Ungewisse Zukunft trotz Hoffnung

Der 27-Jährige blickte im vergangenen Jahr noch mit vorsichtiger Zuversicht auf ein erfolgreicheres und schmerzfreieres neues Tennisjahr: „Ich hoffe inständig, dass 2026 alles anders wird, das ist mein größter Wunsch.“ Doch weder die Probleme mit dem Rücken scheinen komplett zu verschwinden noch gelingt die Rückkehr zu mehr sportlichen Erfolgen. Bei den anstehenden Miami Open versucht Tsitsipas nun erneut, die dringend benötigte Wende einzuleiten.

Sollte er jedoch erneut früh scheitern, werden seine Zweifel, ob der immense Aufwand überhaupt noch Sinn macht, wohl nur noch größer werden. Sogar ein Karriereende vor dem Erreichen des 30. Lebensjahres scheint aktuell nicht ausgeschlossen – das wäre besonders tragisch, da sein Weg an die absolute Tennis-Spitze einst so vorgezeichnet schien.