Zverev überzeugt in Wimbledon: Nur ein kleiner Wackler
Alexander Zverev hat die dritte Runde von Wimbledon erreicht. Der French-Open-Champion besiegte den Franzosen Valentin Royer mit 6:1, 6:3, 7:6 (7:3) und zeigte sich dabei in starker Form. „Zweieinhalb Sätze habe ich beinahe ein perfektes Match gespielt“, sagte der 29-Jährige nach der Partie. „Ich liebe Wimbledon. Aber ich warte noch auf die guten Ergebnisse. Wenn ich so weiterspiele, denke ich definitiv, dass es dieses Jahr passieren kann.“
Der deutsche Spitzenspieler dominierte die Begegnung lange Zeit klar. Erst im dritten Satz erlaubte er sich eine kurze Konzentrationsschwäche, als er aus einem 4:2 ein 4:5 werden ließ. Doch Zverev fing sich rechtzeitig wieder und gewann den Tiebreak souverän. „Ich bin froh, dass ich nicht noch einen Satz spielen musste“, so der Australian-Open-Finalist von 2025. „Ich bin noch nicht alt, aber ich bin in einem Alter, wo man Energie sparen muss.“
Zverevs Wimbledon-Ambitionen: Noch nie über Achtelfinale hinaus
Bei allen anderen Grand-Slam-Turnieren stand Zverev bereits im Finale, in Wimbledon jedoch noch nie über das Achtelfinale hinaus. Mit dem Selbstverständnis eines Grand-Slam-Champions geht er dennoch selbstbewusst an die weiteren Aufgaben. „In Paris weiß ich, dass ich einer der Favoriten bin. Ich kann hier nicht dasselbe sagen. Aber wenn ich gut spiele und wenn ich so performe wie heute, dann kann ich meine Matches gewinnen. Dann kann ich auch gegen jeden gewinnen, das weiß ich.“
Trotz des Fehlens von Carlos Alcaraz und seiner Setzposition an Nummer zwei hinter Jannik Sinner will Zverev nicht zu weit nach vorne schauen. „Die Situation ist hier eine ganz andere als in Paris“, erklärte er. „In der Vergangenheit habe ich hier oft gegen deutlich weiter hinten platzierte Gegner verloren.“
Struff im Tiebreak-Krimi erfolgreich
Jan-Lennard Struff steht ebenfalls in der dritten Runde. Der Warsteiner gewann seine am Vortag abgebrochene Partie gegen den US-Profi Brandon Nakashima in einem Tiebreak-Krimi mit 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:5), 6:7 (6:8), 7:6 (10:7). 45 Asse halfen Struff zum Sieg in diesem außergewöhnlichen Aufschlag-Duell. „Es ist ein Grand Slam, es ist Wimbledon, es ist schön, ja klar, da ist man top motiviert“, sagte Struff.
Am Freitag möchte Struff gegen den Russen Daniil Medwedew überraschen und erstmals in Wimbledon in die Runde der besten 16 einziehen. Zverev trifft am Samstag auf den US-Amerikaner Marcos Giron, um das Achtelfinale perfekt zu machen. Die beiden sind nach dem Zweitrunden-Aus von Yannick Hanfmann die einzigen deutschen Teilnehmer im Einzel, die noch im Turnier sind.
Zverevs Start: Neun Spiele in Serie
Zverev begann die Partie hellwach. Nach einem 0:1-Rückstand dominierte er eindrucksvoll und entschied neun Spiele nacheinander für sich. Gleich dreimal nahm er Royer im ersten Satz den Aufschlag ab und machte im zweiten Abschnitt mit dem Break zum 2:0 weiter. Tempo und Präzision in den Schlägen des Deutschen waren für den Weltranglisten-75. zu stark. Erst Mitte des dritten Satzes leistete sich Zverev mehr leichtere Fehler.
Royer war kein Gradmesser dafür, ob sich Zverev auch in der entscheidenden Turnierphase behaupten kann. Dennoch gibt der Sieg Selbstvertrauen. „Das ist auch wichtig für das Selbstvertrauen“, sagte Zverev. „Wenn ich so performe wie heute, dann kann ich meine Matches gewinnen.“



