Zverev verpasst Wimbledon-Titel: Drama gegen Sinner
Zverev verliert Wimbledon-Finale gegen Sinner

Alexander Zverev (29) hat seinen zweiten Grand-Slam-Titel verpasst. Der Tennis-Star verlor das Wimbledon-Finale gegen den Weltranglisten-Ersten Jannik Sinner (24) mit 7:6, 6:7, 3:6, 4:6. Der Italiener verteidigte damit seinen Titel. Fünf Wochen zuvor hatte der Hamburger noch die French Open gewonnen. Als Trost erhält Zverev 2,1 Millionen Euro Preisgeld und klettert auf Platz 2 der Weltrangliste.

Knappste Niederlage gegen Sinner

Es war die zehnte Niederlage in Serie gegen Sinner, aber zugleich die knappste. Lange Zeit lieferten sich beide Spieler ein Match auf Augenhöhe. Die 15.000 Zuschauer auf dem ausverkauften Centre Court erlebten eine atemberaubende Schlacht. Beide Aufschlagriesen ließen kaum Breakbälle zu und kämpften buchstäblich bis zum Umfallen. Im dritten Satz rutschten beide Spieler aus – mit unterschiedlichen Folgen.

Der erste Satz war hart umkämpft und ging nach gut einer Stunde in den Tiebreak. Zverev wehrte einen Satzball ab und holte sich den Durchgang mit 7:6. Es war sein erster Satzgewinn gegen Sinner nach sechs vorherigen Partien, die Sinner glatt gewonnen hatte. Das Niveau blieb hoch. Sinner fand kein Mittel gegen Zverevs Aufschlag und umgekehrt. Gegen Ende des zweiten Durchgangs wurde der Wind stärker, was Sinner kurzzeitig in die Karten zu spielen schien. Doch Zverev hielt seinen Aufschlag. Im zweiten Tiebreak war er dann chancenlos: Sinner führte schnell 4:0 und glich den Satz aus.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dramatischer dritter Satz

Im dritten Durchgang blieb es spannend. Als Zverev seinen ersten Breakball im Match hatte – nach 2:43 Stunden – rutschte er weg, blieb liegen und fasste sich ans rechte Knie. Sinner eilte sofort zu ihm und half ihm auf. Der zweimalige Weltmeister konnte weiterspielen. Minuten später hatte Sinner Breakball, und diesmal rutschte der Italiener weg. Er war jedoch blitzschnell wieder auf den Beinen und gewann den Punkt. Es war der erste Aufschlagverlust im gesamten Match. Zverev reagierte frustriert und warf seinen Schläger weg, der übers halbe Feld schlitterte – eine seltene Geste des sonst so kontrollierten Deutschen.

Zuvor war zu sehen, wie Zverev Gel zu sich nahm und seinen Blutzucker maß. Ob alles in Ordnung war, blieb zunächst unklar. Doch der Satzrückstand schien ihn nicht zu belasten. Das Finale blieb ein Kracher. Bis zum 3:3 im vierten Satz musste Zverev dann zum zweiten Mal seinen Aufschlag abgeben. Das Momentum war beim Favoriten und der Nummer 1 der Welt. Sinner servierte souverän zum 6:4 aus. Nach 3:46 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball. Michael Stich (57) bleibt damit der letzte männliche deutsche Wimbledonsieger – er gewann 1991 das Finale gegen Boris Becker.

Besondere Unterstützung

Schon vor dem ersten Aufschlag gab es ein ungewöhnliches Omen: Zum ersten Mal hatte Zverevs Team die rechte Box auf dem Centre Court. Dafür gab es ungewöhnliche Unterstützung aus der Heimat. Bundeskanzler Friedrich Merz (70) war wie angekündigt gekommen. Er saß in der Royal Box in der ersten Reihe, zwei Plätze neben Prinz William (44), rechts neben sich seine Ehefrau Charlotte (65). Glück gebracht hat der Besuch nicht. Das Gute im Tennis: Es geht sofort weiter. Nach ein paar freien Tagen startet Zverev in die Vorbereitung auf den zweiten Teil der Hartplatz-Saison. Sein Ziel: der zweite Grand-Slam-Titel, diesmal bei den US Open (30. August bis 13. September).

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration