Hassnachrichten nach verpasster Riesenchance
Alexander Sørloth (30), ehemaliger Leipziger und aktuell bei Atlético Madrid unter Vertrag, wird nach dem WM-Viertelfinal-Aus Norwegens gegen England (1:2) mit Morddrohungen überhäuft. Der Stürmer vergab in der 43. Minute eine hochkarätige Chance, als er bei einem Zwei-gegen-eins-Konter den Ball nicht zum mitlaufenden Erling Haaland querlegte, sondern selbst abschloss und an Englands John Stones scheiterte. Nur zwei Minuten später erzielte Jude Bellingham (23) den Ausgleich, ehe der Ex-Dortmunder in der Verlängerung mit seinem zweiten Treffer den 2:1-Sieg der „Three Lions“ perfekt machte.
Bedrohungen in sozialen Netzwerken
Nach der Partie wurde Sørloth in den sozialen Medien mit Hasskommentaren und Morddrohungen konfrontiert. Seine Freundin Lena Selnes machte am Sonntag einen Teil der ekelhaften Bedrohungen öffentlich. „Du wirst umgebracht werden“, schrieb ein User. Ein anderer forderte den Stürmer zum Selbstmord auf. Selnes kommentierte: „Die Weltmeisterschaft und der Fußball bringen viel Freude, aber auch viel Hass. Eigentlich möchte ich dem keine Beachtung schenken, aber nach solchen Kommentaren muss ich es tun. Ich hoffe, dass jeder, unabhängig von der Situation, ein wenig mehr nachdenken kann, bevor er solche Kommentare abgibt.“
Sørloth zeigt sich niedergeschlagen
Ein sichtlich niedergeschlagener Sørloth stellte sich nach dem Spiel in der Mixed Zone und sagte: „Es ist hart. Es gibt Dinge, bei denen man sich wünscht, man hätte es besser gemacht. Ich weiß aber auch, dass neue Chancen kommen werden. Natürlich ist es hart, wenn es um die größte Bühne geht und wir um den Einzug ins Halbfinale der Weltmeisterschaft kämpfen.“ Zu diesem Zeitpunkt waren ihm die Drohungen noch nicht bekannt.
Nationaltrainer rät zu Social-Media-Distanz
Norwegens Nationaltrainer Stale Solbakken (58) reagierte am Sonntag auf die Vorfälle: „Deshalb rate ich den Jungs, sich von den sozialen Medien fernzuhalten. Besonders an Tagen wie diesen.“ Solbakken betonte die Wichtigkeit, Spieler vor solchen Anfeindungen zu schützen.



