Biathlon-Weltcup in Estland: Deutsches Duo trotz Schieß-Desaster auf Rang vier
Beim Biathlon-Weltcup im estnischen Otepää hat das deutsche Single-Mixed-Duo trotz massiver Probleme am Schießstand noch einen respektablen vierten Platz erreicht. Justus Strelow und Vanessa Voigt mussten sich mit einem Rückstand von mehr als zwei Minuten auf die siegreichen Norweger begnügen, nachdem Strelow gleich zu Beginn des Rennens drei Strafrunden absolvieren musste.
Katastrophale Schießleistung kostet Podiumsplatz
Die deutsche Staffel des Deutschen Skiverbandes benötigte insgesamt 17 Nachlader, was jede Chance auf eine Podiumsplatzierung zunichtemachte. Justus Strelow zeigte sich nach dem Rennen in der ARD äußerst selbstkritisch: „Das war mit Abstand das schlechteste Rennen, was ich je gemacht habe. Vor allem liegend ärgert es mich extrem, das ist absolut indiskutabel.“ Der 29-jährige Sachse hatte insbesondere in der liegenden Position enorme Schwierigkeiten.
Zwischenzeitlich lag das deutsche Duo sogar außerhalb der Top 15, bevor Vanessa Voigt mit einer starken Aufholjagd noch den vierten Platz rettete. Vanessa Voigt kommentierte: „Das Rennen war sehr hektisch.“ Strelow lobte seine Teamkollegin ausdrücklich: „Vanessa hat es extrem stark gemacht.“
Norweger siegen vor Schweden und Finnland
Auf dem Siegerpodest standen am Ende:
- Norwegen (8 Nachlader)
- Schweden (3 Strafrunden/13 Nachlader)
- Finnland (1 Strafrunde/15 Nachlader)
Das französische Team, das lange Zeit aussichtsreich im Rennen lag, wurde nachträglich disqualifiziert. Grund war ein regelwidriger Schuss von Émilien Jacquelin, der einen Schuss zu viel abgegeben hatte.
Erinnerungen an früheren Erfolg
Der vierte Platz steht in starkem Kontrast zum letzten gemeinsamen Auftritt von Strelow und Voigt im Januar 2024. Damals hatten die beiden in Antholz die Single-Mixed-Staffel mit nur einem Nachlader gewonnen und damit den ersten deutschen Sieg in dieser Disziplin seit 2015 errungen. Die aktuelle Leistung in Otepää zeigt jedoch, wie schnell sich die Bedingungen im Biathlon ändern können und wie entscheidend die Schießleistung für den Gesamterfolg ist.
Die deutsche Biathlon-Gemeinschaft wird nun analysieren müssen, wie solche Schießprobleme in Zukunft vermieden werden können, um wieder regelmäßig auf dem Podium zu stehen. Trotz der enttäuschenden Schießleistung bleibt der vierte Platz unter den gegebenen Umständen eine beachtliche Leistung, die die mentale Stärke des deutschen Duos unter Beweis stellt.



