Biathlon-Weltcup in Otepää: Schieß-Desaster für deutsche Athleten
Biathlon-Weltcup: Schieß-Desaster für deutsche Athleten

Deutsche Biathleten erleben Schieß-Desaster beim Weltcup in Estland

Der Abschlusstag des Biathlon-Weltcups in Otepää entwickelte sich für die deutschen Athleten zu einem wahren Albtraum. Justus Strelow und Philipp Horn erlebten ein Schieß-Desaster mit mehreren Strafrunden, das das Team frühzeitig ins Hintertreffen brachte und Podestplätze verhinderte.

Strelow spricht von "absolut indiskutabler" Leistung

Justus Strelow fällte nach dem Rennen ein vernichtendes Urteil über seine eigene Leistung. "Das war mit Abstand das schlechteste Rennen, was ich je gemacht habe", sagte der 29-jährige Sachse im ARD-Interview. Besonders das Liegendschießen, normalerweise seine große Stärke, enttäuschte ihn zutiefst: "Vor allem liegend ärgert es mich extrem, das ist absolut indiskutabel."

Drei Strafrunden musste Strelow in der Single-Mixed-Staffel absolvieren, wodurch er zeitweise weit außerhalb der Top 15 lag. Nur der starken Leistung seiner Teamkollegin Vanessa Voigt war es zu verdanken, dass das Duo am Ende noch den vierten Platz erreichte. "Wir haben Vanessa zu verdanken, dass wir noch Vierter geworden sind", räumte Strelow ein.

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Norwegen siegt vor Schweden und Finnland

Die Podestplätze belegten beim Single-Mixed-Wettbewerb:

  • Norwegen (8 Nachlader)
  • Schweden (3 Strafrunden)
  • Finnland (1 Strafrunde)

Deutschland lag am Ende 2:09,9 Minuten hinter den siegreichen Norwegern und verpasste das Podium deutlich. Frankreich wurde nach einem Regelverstoß von Émilien Jacquelin, der einen Schuss zu viel abgegeben hatte, disqualifiziert.

Horn kämpft mit Gewehr- und Formproblemen

Ähnlich desaströs verlief der Tag für Philipp Horn in der Mixed-Staffel. Auch er musste drei Strafrunden drehen, während Julia Tannheimer eine weitere hinzufügte. Horn beschrieb seine aktuelle Situation als "Krise" in der Beziehung zu seinem Gewehr. "Ich ärgere mich über mich selbst, weil ich schon das Gefühl hatte, dass es irgendwie machbar war", erklärte der enttäuschte Athlet.

Gemeinsam mit Philipp Nawrath und Selina Grotian belegte das deutsche Quartett nach insgesamt vier Strafrunden und 18 Nachladern nur den fünften Platz. Der Rückstand auf Sieger Schweden betrug in dem von Windböen beeinträchtigten Rennen 1:11,7 Minuten.

Enttäuschungen setzen sich fort

Bereits am Samstag hatte es für das deutsche Team in Estland mehrere Rückschläge gegeben:

  1. Janina Hettich-Walz fiel in der Verfolgung vom vierten Sprint-Platz auf Rang 26 zurück
  2. Sieben Fehlschüsse kosteten sie eine vordere Platzierung
  3. Philipp Nawrath verschoss sechsmal im Jagdrennen und fiel von Platz drei auf Rang acht

Vanessa Voigt war als Zehnte die beste Deutsche, obwohl auch sie dreimal nicht traf. Den Sieg bei den Männern sicherte sich Sturla Holm Laegreid aus Norwegen.

Saisonende mit frustrierten Athleten

Zum Abschluss der Saison geht es in der kommenden Woche noch nach Oslo, wo in Sprint, Verfolgung und Massenstart die letzten Siege vor der Sommerpause vergeben werden. Nicht mehr dabei sein wird David Zobel, der frustriert aus Otepää abreiste und nicht mehr nominiert wird.

Der Athlet ließ auf Instagram seiner Enttäuschung freien Lauf: "Wie beschissen kann ein Saisonende sein?" Nach Platz 60 im Sprint und Rang 38 in der Verfolgung schrieb er: "Im Moment bin ich sehr bedient und muss mein bescheidenes Saisonende trotz einer meiner besten Saisons erstmal verarbeiten."

Der Weltcup in Otepää bleibt damit als enttäuschendes Kapitel in der deutschen Biathlon-Saison in Erinnerung, geprägt von Schießproblemen und verpassten Chancen.

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