Gedenkstätte für Laura Dahlmeier: Ein Jahr nach dem tödlichen Unfall
Gedenkstätte Laura Dahlmeier: Ein Jahr nach dem Tod

Im nach ihr benannten Kurpark im Ortsteil Partenkirchen strahlt Laura Dahlmeier die Besucher immer noch an. Vor einem Jahr verunglückte die Biathlon-Olympiasiegerin im Alter von 31 Jahren bei einer Expedition zum Laila Peak (6096 Meter) im pakistanischen Karakorum-Gebirge tödlich. Die Gedenkstätte ist ein Ort der Erinnerung, aber auch ein Ort der Trauer. Da Dahlmeiers Leichnam nie geborgen werden konnte, gibt es kein Grab. An einem dicken Holzpflock hängt ein Foto – Dahlmeier lacht und strahlt dabei die ihr ureigene Energie aus, die sie zu sportlichen Höchstleistungen trieb. Neben dem Foto steht ein großer Stein aus dem nahegelegenen Ferchenbachtal, den ihre Mutter Susi Dahlmeier ausgesucht hat. Vergangenen Mittwoch wäre Dahlmeier 32 Jahre alt geworden, am Dienstag jährt sich ihr Todestag. Trauernde haben Blumen und Kerzen abgestellt.

Eine Pilgerstätte für Fans und Wegbegleiter

Andreas Dahlmeier, der Vater der Verstorbenen, sagt gegenüber BILD: „Der Ort ist zu einer richtigen Pilgerstätte geworden.“ Auch er selbst geht oft dorthin, ebenso wie seine Frau Susi und der Sohn Pirmin (27). Dahlmeiers Leben und ihr Tod bewegen die Menschen noch immer. Eine Urlauberin aus Sigmaringen nördlich des Bodensees verdrückt ein paar Tränen: „Ich war nie ein riesiger Biathlon-Fan, aber ihr Unfall hat mich tief bewegt.“ Ein Ehepaar aus dem Raum Ingolstadt hat nach dem Besuch der Tochter im Nachbarlandkreis extra einen Abstecher nach Garmisch gemacht. „Wir waren früher selbst viel in den Bergen unterwegs und wissen auch, dass immer etwas passieren kann. Dieses Risiko war ihr auch bewusst – und sie hat es in Kauf genommen. Aber natürlich tut es uns wahnsinnig leid, was passiert ist.“ Auch eine Dame aus dem Nachbarort Oberau stellt ihr Fahrrad zur Seite und geht zur Gedenkstätte: „Ich bin tatsächlich zum ersten Mal hier. Der Unfall hat mich vor einem Jahr richtig mitgenommen. Man hat damals auch alles gelesen, was man in den Zeitungen finden konnte. Der Platz hier ist ein schöner Ort der Erinnerung geworden.“

Gedenkgottesdienst ohne Familie

An diesem Dienstag, Laura Dahlmeiers erstem Todestag, veranstaltet die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen einen ökumenischen Gedenkgottesdienst in dem Park. Doch die Familie wird nicht erscheinen. „Wir begehen Lauras Todestag in aller Ruhe im engsten Familienkreis“, sagt Vater Andreas Dahlmeier. „Wir freuen uns, dass Laura so vielen Menschen in positiver Erinnerung geblieben ist. Aber wir wünschen uns, dass Ruhe einkehrt. Das öffentliche Interesse ist uns zu groß.“ Sowohl Garmisch-Partenkirchens Landrat Anton Speer als auch der Bürgermeister des Marktes, Daniel Schimmer, wollen bei der Gedenkfeier Reden halten. Schimmer sagt zu BILD: „Sie ist immer noch ein großes Vorbild. Sie war heimatverbunden, bescheiden und wahnsinnig erfolgreich. Junge Sportler orientieren sich nach wie vor an ihr.“

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Ein Ort der Stille und des Gedenkens

Die Gedenkstätte liegt idyllisch im Kurpark, umgeben von einem mächtigen Riesen-Lebensbaum, dessen Äste wie zum Schutz über die Blumen und Kerzen ragen. An dem großen Stein ist eine Tafel befestigt, deren Spruch Dahlmeiers Mutter Susi selbst ausgesucht hat. Trotz der öffentlichen Anteilnahme bleibt der Ort für viele ein Rückzugsort der stillen Erinnerung. Die Gemeinde hofft, dass der Gottesdienst einen würdigen Rahmen bietet, um an die Ausnahmesportlerin zu erinnern – im Respekt vor dem Wunsch ihrer Familie nach Privatsphäre.

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