Ein Jahr nach Laura Dahlmeiers Tod: Vater bittet um Ruhe
Laura Dahlmeier: Vater bittet um Ruhe ein Jahr nach Tod

Der tragische Unfall am Laila Peak

Vor genau einem Jahr endete das Leben von Laura Dahlmeier auf tragische Weise. Die 31-jährige Biathlon-Legende starb am 28. Juli 2025 am Laila Peak in Pakistan durch einen Steinschlag. Die ausgebildete Bergführerin und Mitglied der Bergwacht war mit einer Seilpartnerin unterwegs, als das Unglück geschah. Trotz schwieriger Verhältnisse waren die beiden vor dem Gipfel umgekehrt – doch der Steinschlag traf sie dennoch. Rettungsversuche, an denen auch der Extremkletterer Thomas Huber beteiligt war, scheiterten.

Kletterikone Reinhold Messner beschrieb die Gefahr: „Der Laila Peak ist ein fantastischer, sehr steiler und schmaler Gipfel abseits der großen Berge wie K2 im Karakorum. Kommt von oben ein Steinschlag, ist es fast unmöglich, allen Felsen auszuweichen.“ Dahlmeier war vermutlich sofort tot.

Die Trauer der Angehörigen

Im Deutschen Skiverband ist die Trauer noch immer greifbar. Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach sagte: „Laura fehlt uns einfach. Jeden Tag. Sie fehlt uns als herausragende Sportlerin, vor allem aber als Mensch.“ Ihre Art, Bescheidenheit und Werte hätten den Verband nachhaltig geprägt.

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Besonders schwer traf der Tod ihre enge Freundin Maren Hammerschmidt. Nach der Trauerfeier am 11. August wurde sie krank – Körper und Psyche streikten. „Das hat mich sehr beschäftigt. Dass wir uns nicht die Zeit genommen haben, uns öfter zu sehen“, erzählt Hammerschmidt der Deutschen Presseagentur. „Ich bereue, was ich alles nicht mit ihr gemacht habe. Gespräche, die ich gerne noch geführt hätte, Fragen, die ich noch hatte.“ Die Trauer komme in Wellen, auch wenn es langsam besser werde. Anfangs habe sie sich nicht einmal gemeinsame Bilder ansehen können.

Die letzte Ruhestätte in den Bergen

Dahlmeiers Leiche liegt unter Schnee, Eis und Fels begraben – eine schreckliche Vorstellung, mit der sich ihre Eltern arrangiert haben. Vater Andreas sagte der „Sport Bild“: „Laura hätte es so gewollt, in den Bergen ihren Frieden zu finden.“ Sie sei „dort begraben, wo sie glücklich war und sich frei fühlte“. Mutter Susi ergänzte: „verschmolzen mit den Herzen der Berge“. Am Jahrestag planen die Eltern ein stilles Gedenken im engen Familienkreis – ganz im Sinne ihrer Tochter, die trotz ihrer Berühmtheit die Abgeschiedenheit liebte.

Andreas Dahlmeier stellte sich vor, wie es wäre, wenn Laura auf einem Friedhof läge: „Sie würde aufschauen und denken: Meine Güte, schon wieder ist jemand da. Lasst mir doch endlich mal meine Ruhe!“

Eine außergewöhnliche Karriere

Laura Dahlmeier gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Biathleten aller Zeiten. Sie gewann zweimal Olympia-Gold in Pyeongchang 2018 und wurde siebenmal Weltmeisterin. 2017 holte sie bei der WM in Hochfilzen fünfmal Gold und einmal Silber – als erste Biathletin errang sie 13 WM-Medaillen in Folge. Im Weltcup feierte sie 20 Siege. Ihre Karriere war großartig, aber kurz: 2019 beendete sie mit 25 Jahren ihre aktive Laufbahn, weil sie keine Motivation mehr verspürte – alle Ziele waren erreicht. Danach arbeitete sie als ZDF-Expertin.

Doch die Berge waren ihre wahre Leidenschaft. Schon während ihrer Karriere unternahm sie riskante Klettertouren, die Trainer und Verband nur widerwillig duldeten. 2014 zog sie sich beim Klettern einen Bänderriss zu. Nach ihrem Rücktritt absolvierte sie die Ausbildung zur Berg- und Skiführerin – in allen Teildisziplinen bestanden, wie sie stolz auf Instagram zeigte.

Der schmerzhafte Verlust eines Freundes

Bereits vor ihrem eigenen Tod erlebte Dahlmeier schwere Schicksalsschläge. 2018 starb ihr Freund Franz-Xaver Mayr bei einer Lawine beim Eisklettern. Trotz der Trauer flog sie zu den Olympischen Spielen und gewann zweimal Gold. Später starb auch ihr Ex-Freund Robert Grasegger bei einem Kletterunfall. Diese Erfahrungen machten sie noch stärker – und vielleicht auch risikobereiter.

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Erinnerung an Laura Dahlmeier in Garmisch-Partenkirchen

In ihrer Heimatgemeinde Garmisch-Partenkirchen wurde der Kurpark in Laura-Dahlmeier-Park umbenannt. Eine Gedenktafel erinnert an die beliebte Sportlerin. Vater Andreas sagte, wenn er dorthin gehe, sei er nie allein. Bei der Trauerfeier im August spielte Musik, die Dahlmeier selbst ausgesucht hatte – darunter das Oberreintal-Lied mit der deftigen Zeile: „Hei mi leckst am Arsch!“ Ein Ausruf von Bergsteigern nach bestandenen Herausforderungen. Laura Dahlmeier schaffte es am 28. Juli 2025 nicht mehr auf den Gipfel.