Microsoft hat angekündigt, weitere 4800 Arbeitsplätze zu streichen, was etwa zwei Prozent der gesamten Belegschaft entspricht. Bereits zuvor hatte der Konzern den Abbau von 9000 Stellen beschlossen. Die geschäftsführende Vizepräsidentin Amy Coleman betonte, dass die wegfallenden Jobs „nicht durch künstliche Intelligenz ersetzt“ würden, doch die Kürzung stehe im Zusammenhang mit der neuen Technologie: Die zunehmende Automatisierung verändere die Arbeitsprozesse, so Coleman.
Trend zu Stellenabbau bei US-Tech-Konzernen
Microsoft folgt damit einem anhaltenden Trend in der US-Technologiebranche. Laut dem Portal Layoffs.fyi haben US-Technologiekonzerne in den vergangenen Monaten rund 120.000 Jobs abgebaut. Besonders Cloudanbieter wie Microsoft, Google oder Amazon Web Services (AWS) stehen wegen der steigenden Kosten für den Aufbau neuer Rechenzentren unter Sparzwang.
Milliardenschwere Investitionen in KI-Infrastruktur
Allein Microsoft will im laufenden Jahr 190 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren. Der Bauboom bei Rechenzentren treibt gleichzeitig die Preise für Computerchips in die Höhe, was das Videospiele-Geschäft des Konzerns belastet. Microsoft musste unlängst die Preise für die Konsole Xbox anheben, obwohl deren Absatz bereits schwächelte.
Auswirkungen auf die Xbox-Sparte
Der geplante Stellenabbau trifft unter anderem den Bereich Videospiele. Die neue Chefin der Sparte, Asha Sharma, forderte daraufhin einen „Neustart“. Die Gewinnspanne sei auf drei Prozent geschrumpft. Die Kombination aus hohen Investitionen in KI und schwächelnden Geschäften in anderen Bereichen zwingt Microsoft zu Sparmaßnahmen.
Automatisierung verändert Arbeitsprozesse
Amy Coleman betonte, dass die Automatisierung durch KI Arbeitsprozesse verändere, was zu Umstrukturierungen führe. Dennoch sei es nicht das Ziel, Stellen direkt durch KI zu ersetzen. Die Anpassungen seien vielmehr Teil einer strategischen Neuausrichtung, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Zukunft der Arbeitswelt
Die Entwicklungen bei Microsoft sind Teil eines größeren Wandels in der Arbeitswelt. Während KI viele Ängste vor Jobverlusten schürt, sehen Experten auch Chancen. Eine Umfrage des Ifo-Instituts zeigt, dass jede fünfte Firma in Deutschland KI als Ersatz für Hochschulabschlüsse betrachtet. Die deutsche Wirtschaft sei vergleichsweise gut gerüstet, heißt es.



