ADAC testet zehn E-Kickscooter: Sieben gut, zwei mit Lenkerbruch
ADAC testet zehn E-Kickscooter: Sieben gut, zwei brechen

Sieben von zehn getesteten E-Kickscootern haben die ADAC-Prüfung mit „gut“ bestanden. Zwei Modelle hingegen wurden wegen eines gebrochenen Lenkers als „ausreichend“ eingestuft – ein Sicherheitsrisiko, das nach längerer Nutzung auftreten kann. Der Verkehrsclub untersuchte aktuelle Modelle im Preisbereich von 500 bis 800 Euro, die allesamt über eine Straßenzulassung verfügen.

Vom Leih-Scooter zum eigenen Gefährt

E-Scooter sind in Großstädten längst Alltag. Leihmodelle ergänzen die Mikromobilität, etwa für Wege zum Bahnhof oder zum Park-and-Ride-Platz. Doch ein eigener Scooter bietet mehr Unabhängigkeit. Der ADAC wollte wissen, was Modelle zum Kauf taugen, und nahm zehn aktuelle E-Kickscooter unter die Lupe. Die Preise liegen zwischen 499 und 799 Euro; die Hersteller versprechen Reichweiten von 40 bis 75 Kilometern.

Im Fokus der Tests standen Fahrverhalten, Bremsen, Bedienung, Sicherheit, Haltbarkeit, Reichweite und Schadstoffe. Das Gesamtfazit fiel überwiegend positiv aus: Sieben Scooter bewertete der Club mit „gut“, darunter sowohl der günstigste als auch der teuerste Kandidat.

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Spitzenreiter mit kleinen Schwächen

Das beste Modell ist der „Ninebot F3 Pro D“ von Segway (Gesamtnote 2,0) für 699 Euro. Die Tester lobten das „leistungsstarke und komfortable Fahrverhalten, ordentlich abgestimmte Bremsen und eine gute Beleuchtung“. Auch der Informationsumfang des Displays und der App überzeugte. Kritik gab es an der Ladezeit: Über acht Stunden dauert es, bis der Akku vollständig geladen ist. Zudem bemängelten die Tester ein „leicht schwammiges Fahrgefühl“.

Den zweiten Platz belegt der „ePF-2 PRO“ von ePowerFun (Note 2,1) für 769 Euro. Er zeigte laut ADAC „keine gravierenden Schwächen“. Positiv hob der Club den austauschbaren Akku hervor, der zum Laden entnommen werden kann. Nachteile sind die vergleichsweise kleinen Reifen, die auf Kopfsteinpflaster für Unruhe sorgen, sowie ein zu früher Lenkeranschlag und die Qualität des Seitenständers.

Xiaomi überzeugt auf langen Strecken

Der dritte Platz geht an den „Electric Scooter 6 Max“ von Xiaomi (Note 2,2) für rund 700 Euro. Mit knapp 30 Kilogramm ist er der schwerste im Testfeld. Dafür bietet er „besonders stabile und angenehme Fahreigenschaften auf längeren Strecken“. Der Komfort werde jedoch durch „teils klappernde Federelemente“ bei Unebenheiten getrübt.

Reichweiten oft geringer als beworben

Ein häufiges Manko: Die angegebenen Reichweiten halten oft nicht, was sie versprechen. Der ADAC maß in vielen Fällen deutlich niedrigere Werte. Ein mit bis zu 75 Kilometern beworbenes Modell (Gesamtnote 2,5) kam im Test nur auf knapp 48 Kilometer. Diese Diskrepanz kann zu Enttäuschungen führen, warnt der Club.

Zwei Modelle fallen wegen Lenkerbruch durch

Nicht alle Kandidaten überzeugten. Ein Modell für 649 Euro erreichte nur „befriedigend“ (Note 2,6). Zwei weitere Scooter für 569 und 599 Euro bewertete der ADAC mit „ausreichend“ (jeweils 4,5). Grund: In einem praxisnahen Belastungstest brach bei beiden der Lenker. Die Ursache seien „ungünstig positionierte Bohrungen im Lenker“, so die Experten. Der Club sieht ein „reales Sicherheitsrisiko“ speziell nach längerer und intensiver Nutzung. Solche Schwächen seien aus den Anfangsjahren der Pedelec-Entwicklung bekannt und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik. Allerdings prüfte der ADAC hier schärfer, als es der Gesetzgeber vorsieht.

Vor dem Kauf empfiehlt der Club grundsätzlich ausgiebige Probefahrten beim Händler, um Fahrgefühl und Verarbeitung selbst zu prüfen.

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