Der Rhein in Köln droht in den kommenden Tagen einen historischen Tiefstand zu erreichen. Für den Kölner Pegel wird für Samstag, den 1. August, ein Stand von nur 67 Zentimetern erwartet, wie Markus Neumann, Außenbezirksleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Rhein, mitteilte. Dies wäre der niedrigste Wert seit Beginn der Pegelaufzeichnungen. Der bisherige Rekord liegt bei 69 Zentimetern.
Auswirkungen auf die Schifffahrt
Der niedrige Pegelstand hat gravierende Folgen für die Schifffahrt. In der Fahrrinne beträgt die Wassertiefe zusätzlich 1,11 Meter, sodass Schiffe bei einem Pegel von 67 Zentimetern noch eine Fahrwassertiefe von insgesamt 1,78 Metern haben. Frachtschiffe benötigen jedoch mindestens 30 Zentimeter Wasser unter dem Kiel, um sicher zu navigieren. Daher können viele Schiffe nur noch stark reduzierte Ladungen aufnehmen.
Besonders betroffen sind große Tanker. „Die großen Tanker können bei so wenig Wasser eigentlich nicht mehr fahren“, erklärte Neumann. Dies könnte zu Engpässen bei Transporten führen, da der Rhein eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas ist.
Wirtschaftliche Bedeutung
Der Rhein ist eine zentrale Verkehrsader für den Gütertransport in Deutschland und Europa. Sinkende Pegelstände bedeuten steigende Transportkosten und geringere Kapazitäten. Bereits in den Vorjahren haben Niedrigwasserphasen zu erheblichen wirtschaftlichen Einbußen geführt. Der aktuelle Tiefstand könnte die Situation weiter verschärfen.
Die Schifffahrt muss nun alternative Routen oder Transportmittel erwägen, was zusätzliche Kosten verursacht. Unternehmen in der Region Köln, die auf den Wassertransport angewiesen sind, bereiten sich auf mögliche Lieferverzögerungen vor.
Fachliche Einordnung
Der Pegelstand von 67 Zentimetern wäre ein neuer historischer Tiefpunkt. Zum Vergleich: Der bisher niedrigste gemessene Wert lag bei 69 Zentimetern. „Ein solcher Stand ist außergewöhnlich“, betonte Neumann. Die Ursachen liegen in der anhaltenden Trockenheit und den hohen Temperaturen der vergangenen Wochen, die den Wasserstand des Rheins kontinuierlich sinken ließen.
Die zuständigen Behörden beobachten die Lage genau. Für die kommenden Tage sind keine nennenswerten Niederschläge in Aussicht, sodass sich die Situation zunächst weiter verschärfen dürfte.



