LED vs. OLED: Unterschiede, Vorteile und Nachteile der Beleuchtungstechnik
LED vs. OLED: Unterschiede, Vorteile und Nachteile

LED-Lampen haben die klassische Glühbirne und Energiesparlampen fast vollständig vom Markt verdrängt. Sie sparen Strom und halten lange. Doch mit OLED rückt eine weitere Technik in den Fokus, die vor allem aus Fernsehern und Smartphones bekannt ist. Was steckt hinter der Abkürzung, und lohnt sich der Umstieg für den privaten Haushalt?

Was ist OLED und wie funktioniert sie?

OLED steht für „organische Leuchtdiode“. Der große Unterschied zur klassischen LED liegt im Aufbau: Eine herkömmliche LED erzeugt sehr viel Licht auf engstem Raum und kann deshalb schnell blenden. Eine OLED besteht dagegen aus mehreren hauchdünnen Schichten zwischen zwei Elektroden. Fließt Strom hindurch, leuchtet die gesamte Fläche gleichmäßig. Das sorgt für weiches, diffuses Licht und eine hervorragende Farbwiedergabe.

OLED im Alltag: Fernseher, Smartphones und mehr

Viele Verbraucher kennen OLED bereits von hochwertigen Fernsehern und Smartphones. Einer der größten Vorteile: Jeder Bildpunkt lässt sich komplett abschalten, sodass ein tiefes Schwarz und ein besonders hoher Kontrast entstehen. Auch bei der Beleuchtung bietet OLED interessante Möglichkeiten. Statt vieler einzelner Lichtpunkte leuchtet eine komplette Fläche, was das Licht gleichmäßiger und für viele Menschen angenehmer wirken lässt.

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Experte sieht wenig Potenzial für OLED-Lampen

Bis OLED-Lampen zum Massenprodukt werden, dürfte allerdings noch Zeit vergehen. Dennis Ellenberger, Hardware-Experte bei Computerbild, erklärt: „Bei OLED sind vor allem hohe Kontraste, einzeln leuchtende Pixel und extrem dünne Displays wichtig. Diese Eigenschaften spielen bei Lampen oder Deckenleuchten jedoch kaum eine Rolle, weshalb ich nicht glaube, dass dieser Bereich sich noch weiter etablieren wird.“ Fertige Leuchtmittel zum Austausch in bestehenden Lampen sind bislang kaum erhältlich. Bisher gibt es nur erste fertige Lampen und Versuche. Dennoch testen Designer und Industrie die Technik intensiv, denn OLED-Panels sind extrem dünn, flach und oft sogar biegsam. Dadurch lassen sie sich direkt in Möbel, Wände oder Decken integrieren.

OLED in der Autoindustrie und bei Displays

Deutlich weiter verbreitet ist OLED bereits in der Autoindustrie. Hersteller setzen die Technik bei Rückleuchten ein, weil sich das Licht besonders gleichmäßig verteilt. Wo liegen die größten Chancen? Dennis Ellenberger erklärt: „OLED-Displays hingegen lassen sich gut in Küchengeräte, Waschmaschinen, Trockner, Möbel (Spiegel mit integrierten OLED-Displays beispielsweise), Fenster und Glasflächen (transparente OLEDs als Infodisplays) und digitale Bilderrahmen einbauen.“ Denn sie sind extrem dünn, flexibel, selbstleuchtend und benötigen keine Hintergrundbeleuchtung.

Effizienz und Lebensdauer: LED bleibt vorn

Wer auf OLED umsteigen möchte, um Energie zu sparen, sollte die aktuellen Werte kennen. Moderne LEDs erreichen teilweise bis zu 150 Lumen pro Watt. Die bereits erhältlichen OLEDs schaffen derzeit nur etwa die Hälfte dieser Lichtausbeute. Für die gleiche Helligkeit wird also mehr Strom benötigt. Auch bei der Lebensdauer liegt OLED derzeit noch hinter der klassischen LED. Hinzu kommen höhere Produktionskosten und vergleichsweise geringe Stückzahlen. Damit hat die bewährte LED bei Effizienz, Haltbarkeit und Anschaffungskosten aktuell die Nase vorn.

Vorteile von OLED: Designfreiheit und Farbwiedergabe

Dennoch bietet OLED schon heute Vorteile. Die Technik eröffnet Designern deutlich mehr Gestaltungsfreiheit. Außerdem punktet sie mit sehr guter Farbwiedergabe, stufenloser Dimmbarkeit und einer frei wählbaren Lichtfarbe. Wer also Wert auf besondere Optik und flexible Lichtgestaltung legt, findet in OLED eine interessante Alternative.

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