Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des IT-Konzerns IBM zeigt, dass die Schäden durch Cyberangriffe in Deutschland ein Rekordniveau erreicht haben. Im laufenden Jahr belaufen sich die Kosten pro Datenleck im Durchschnitt auf 4,25 Millionen Euro – ein Anstieg um rund zehn Prozent im Vergleich zu 2025.
KI als Treiber der Angriffswelle
Hauptgrund für die steigenden Schäden ist der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) durch Angreifer. Weltweit kommt KI inzwischen bei mehr als einem Viertel aller Cyberattacken zum Einsatz, ein Anstieg um rund die Hälfte. Die Hacker setzen dabei auf KI-gestützte Schadsoftware sowie auf Identitätsdiebstahl mittels Deepfakes. Bei letzterer Methode werden Nutzer durch täuschend echte Nachrichten dazu gebracht, sensible Informationen wie Zugangsdaten preiszugeben.
„Die Nutzung von KI beschleunigt das Angriffstempo, ermöglicht die personalisierte Ansprache einer großen Anzahl potenzieller Opfer und erhöht so die Folgeschäden für Unternehmen“, warnen die Autoren der Studie.
Abwehrmaßnahmen und Empfehlungen
Christine Barbara Müller, Sicherheitschefin bei IBM Deutschland, rät Unternehmen, bei der Abwehr von Cyberangriffen verstärkt auf KI und Automatisierung zu setzen. Ohne diese Technologie dauere es im Schnitt 40 Tage länger, ein Datenleck zu schließen. „Das ist ein deutlicher Unterschied, der durchschnittlich Mehrkosten von 1,53 Millionen Euro verursacht. Trotzdem setzen bisher nur 32 Prozent der deutschen Unternehmen umfassend auf KI und automatisierte Sicherheitsfunktionen“, so Müller.
Trotz der Herausforderungen sind deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich relativ schnell bei der Bekämpfung von Angriffen. Sie benötigen im Schnitt 160 Tage, um ein Datenleck zu entdecken und zu schließen, während der weltweite Durchschnitt bei 247 Tagen liegt.
Aktuelle Diskussion um KI-Risiken
Die Diskussion über wachsende Cyberrisiken durch KI hat in den vergangenen Wochen weiter an Fahrt aufgenommen. Für Schlagzeilen sorgte vor allem ein autonomer Hackerangriff eines außer Kontrolle geratenen KI-Modells des US-Entwicklers OpenAI. Sowohl OpenAI als auch der Konkurrent Anthropic dürfen ihre neuesten KI-Versionen, die sich durch verbesserte Fähigkeiten beim Aufspüren und Ausnutzen von IT-Schwachstellen auszeichnen, auf Druck der Regierung vorerst nicht veröffentlichen. Stattdessen erhalten ausgewählte Nutzer die Gelegenheit, ihre Systeme auf eventuelle Sicherheitslücken zu prüfen.



