Google will 64 Millionen Mücken in den USA freilassen
Google plant Freilassung von 64 Millionen Mücken

Google hat bei der US-Umweltschutzbehörde (EPA) einen Antrag eingereicht, um in den USA bis zu 64 Millionen Mücken freizulassen. Ziel des Projekts namens Debug ist es, die Population gefährlicher Stechmücken zu reduzieren, die Krankheiten wie Dengue, Zika oder das West-Nil-Virus übertragen.

Hintergrund des Projekts

Mücken gehören zu den tödlichsten Tieren der Welt. Jährlich sterben Hunderttausende Menschen an den Folgen von Mückenstichen. Besonders die Art Aedes aegypti ist gefürchtet, da sie nahezu ausschließlich menschliches Blut bevorzugt und dabei gefährliche Viren übertragen kann. Google setzt dabei auf eine biologische Methode: Männliche Mücken werden mit dem Bakterium Wolbachia infiziert, das sie unfruchtbar macht. Diese Männchen werden dann in der Natur freigelassen, wo sie sich mit wilden Weibchen paaren. Die daraus resultierenden Eier sind nicht lebensfähig, sodass die Mückenpopulation nach und nach schrumpft.

Geplante Freilassung in Florida und Kalifornien

Der Antrag sieht vor, über einen Zeitraum von zwei Jahren jährlich bis zu 16 Millionen Mücken in Florida und ebenso viele in Kalifornien freizulassen. Die EPA prüft den Antrag derzeit; die öffentliche Konsultationsphase endet am 5. Juni. Sollte die Behörde zustimmen, könnte das Projekt in großem Stil umgesetzt werden.

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Bereits erzielte Erfolge

Google hat die Methode bereits in kleinerem Maßstab getestet. In Kalifornien konnte die Zahl der weiblichen Mücken um rund 96 Prozent reduziert werden. Auch in Singapur meldete das Unternehmen Erfolge: Nach der Freilassung von Millionen Wolbachia-Mücken sank die Population von Aedes aegypti um 80 bis 90 Prozent, und die Zahl der Dengue-Fälle ging um mehr als 70 Prozent zurück.

Technologische Unterstützung durch KI

Die Sterilisation von Mücken war lange eine Herausforderung, da es schwierig ist, große Mengen männlicher Mücken zu züchten und von Weibchen zu trennen. Google setzt daher auf automatisierte Zuchtmaschinen und Künstliche Intelligenz, um die Produktion und Geschlechtertrennung effizient zu gestalten. So sollen nur männliche Mücken freigelassen werden, die keine Menschen stechen.

Kritik und Bedenken

Fachleute wie Chris Grinter von der California Academy of Sciences bewerten die Methode grundsätzlich positiv, warnen jedoch vor möglichen Risiken. Es müsse streng kontrolliert werden, dass keine weiblichen Mücken freigelassen werden, da dies die Population versehentlich vergrößern könnte. Die männlichen Mücken hingegen könnten sich harmlos in das Ökosystem einfügen, indem sie Pflanzen bestäuben und anderen Tieren als Nahrung dienen.

Alternativen und Vorteile

Google betont, dass Pestizide keine nachhaltige Lösung seien, da sie mit der Zeit unwirksam werden und auch Menschen schaden könnten. Auch das Entfernen von stehendem Wasser sei nicht ausreichend, da nicht alle Brutstätten beseitigt werden könnten. Das Debug-Projekt verzichtet auf Chemikalien, Gifte oder Gentechnik und setzt stattdessen auf einen natürlichen Ansatz zur Populationskontrolle.

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