Microsoft erweitert seinen Kommunikationsdienst Teams um eine Funktion, die den aktuellen Arbeitsort von Mitarbeitern automatisch erkennen kann. Die Einführung wurde mehrfach diskutiert und verschoben. Nun soll die Bereitstellung weltweit bis Ende Juni abgeschlossen sein. Datenschützer sehen die Neuerung weiterhin kritisch.
Neue Funktion für Windows und macOS
Die neue Funktion steht für Teams unter Windows und macOS bereit. Erkennt ein dienstliches Gerät eine Verbindung zum Unternehmensnetzwerk, kann Teams daraus den aktuellen Arbeitsort ableiten. So kann festgestellt werden, in welchem Gebäude oder an welchem Arbeitsplatz sich ein Mitarbeiter befindet.
So funktioniert die Standorterkennung
Microsoft aktiviert die Funktion nicht automatisch. Unternehmen müssen sie zunächst durch ihre Administratoren freischalten und Netzwerkdaten mit vorhandenen Bürostandorten verknüpfen.
Neben WLAN-Netzen können auch bestimmte Unternehmensgeräte zur Orientierung dienen. Dazu gehören etwa Bildschirme oder andere technische Arbeitsmittel, die einem festen Standort zugeordnet sind. Microsoft sieht darin eine Hilfe für hybride Arbeitsmodelle, damit Kollegen leichter erkennen können, wer vor Ort arbeitet.
Streitpunkt Datenschutz
Kritiker befürchten jedoch zusätzliche Möglichkeiten zur Kontrolle von Beschäftigten. Microsoft betont dagegen, dass keine Positionsdaten privater Smartphones oder persönlicher Computer verarbeitet werden. Die Erkennung beschränke sich auf verwaltete Geräte und Unternehmensinfrastruktur.
Unternehmen können unterschiedliche Zustimmungsmodelle wählen. Beim Opt-in-Verfahren müssen Mitarbeiter der Nutzung ausdrücklich zustimmen. Alternativ kann die Standortaktualisierung standardmäßig aktiviert sein, wobei Beschäftigte widersprechen können. Laut Microsoft erfolgt die Aktualisierung nur während der hinterlegten Arbeitszeiten. Nach Feierabend sollen keine Standortdaten erfasst werden. Die gespeicherten Arbeitsorte werden zudem am Ende des Arbeitstages gelöscht.
Microsoft verweist darauf, dass Nutzer selbst entscheiden können, ob sie ihren Arbeitsort mit Kollegen teilen. Kritiker sehen die Entscheidungsmöglichkeiten jedoch als von den Vorgaben der jeweiligen IT-Abteilung abhängig an. Genau dieser Punkt steht im Zentrum der anhaltenden Datenschutzdebatte.
Auch Meta steht in der Kritik
Während Microsoft die Nutzung an Unternehmensvorgaben und Mitarbeitereinstellungen knüpft, gerät auch Meta wegen Datenerfassung in die Kritik. Der Konzern hatte begonnen, Eingaben über Tastatur und Maus zu protokollieren, die unter anderem für das Training von KI-Modellen genutzt werden sollten.
Nach Protesten passte Meta die Regeln teilweise an. Mitarbeiter können die Aufzeichnung zeitweise pausieren oder eine Herausnahme beantragen. Zudem kündigte das Unternehmen an, die Datensammlung zu reduzieren.
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