Berliner Bäder: Kein explizites Verbot für Smart Glasses geplant
Berliner Bäder: Kein Verbot für Smart Glasses

Anders als in Potsdam sollen in den Berliner Schwimmbädern Smart Glasses, also Brillen mit integrierten Kameras und Mikrofonen, nicht explizit verboten werden. Das teilten die Bäder-Betriebe auf dpa-Anfrage mit. Foto- und Filmaufnahmen fremder Menschen seien in der Haus- und Badeordnung ohnehin untersagt. „Das Verbot bezieht sich auf alle Geräte, mit denen Foto- und Filmaufnahmen möglich sind, schließt also Smart Glasses ein“, erklärte ein Sprecher.

Bislang keine Beschwerden

Bisher seien keine derartigen Fälle mit Fotos oder Beschwerden zu diesem Thema in den Berliner Bädern bekannt. „Deshalb gibt es bei uns diese Überlegung bislang nicht“, so der Sprecher weiter. Die Einhaltung des Film- und Fotoverbots werde vom Personal und auch von den Wachleuten in den Freibädern kontrolliert. Gäste könnten zudem das Personal ansprechen und sich beschweren, wenn sich ein anderer Gast nicht an das Verbot halte.

Potsdam geht andere Wege

In Potsdam hingegen stimmten die Stadtverordneten dafür, ein derartiges Verbot in die Haus- und Badeordnung der dortigen Bäderlandschaft aufzunehmen. „Diese Geräte ermöglichen das unauffällige Anfertigen von Bild- und Videoaufnahmen, ohne dass betroffene Personen dies unmittelbar erkennen können“, hieß es im Antrag der Fraktion Grüne/Volt. „Derzeit werden Aufnahmen zunehmend in sozialen Medien veröffentlicht, ohne dass die Betroffenen davon wissen.“

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Trend zu heimlichen Aufnahmen

Tatsächlich soll es einen Trend geben, bei dem Männer sich mit solchen Brillen ausstatten und junge Frauen filmen, während sie sie ansprechen oder beobachten. Diese Aufnahmen sollen dann unter bestimmten Hashtags in den bekannten Internetportalen veröffentlicht werden. Die Berliner Bäder-Betriebe sehen jedoch derzeit keinen Handlungsbedarf für ein spezielles Verbot, da die bestehenden Regelungen ausreichend seien. Sollte sich die Lage ändern, werde man die Situation neu bewerten.

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