FaceTime-Betrug: Wie Kriminelle via Bildschirmfreigabe Bankdaten stehlen
FaceTime-Betrug: Kriminelle stehlen via Bildschirmfreigabe Bankdaten

Ein kurzer Anruf soll das Bankkonto retten, doch stattdessen droht der Verlust des gesamten Ersparten. Kriminelle nutzen dafür Apples Videodienst FaceTime und setzen ihre Opfer gezielt unter Druck. Die Masche beginnt meist mit einer SMS über eine angeblich verdächtige Abbuchung, eine gesperrte Karte oder ein anderes Konto-Problem. Wer die angegebene Nummer anruft, landet jedoch nicht bei seiner Bank, sondern bei Betrügern. Diese geben sich als Mitarbeiter einer Bank, von Apple, Microsoft oder sogar einer Behörde aus und versuchen, Vertrauen aufzubauen.

So läuft der Betrug ab

Die Masche ist nicht neu. Wie Berichte betroffener Nutzer zeigen, kam sie bereits mehrfach zum Einsatz. Auch ein US-Fernsehjournalist erklärte öffentlich, auf den Betrug hereingefallen zu sein. Nach dem ersten Telefonat drängen die Täter ihre Opfer häufig zu einem Wechsel auf FaceTime. Der Videoanruf soll die Geschichte glaubwürdiger wirken lassen. Gleichzeitig warnen die Kriminellen vor angeblich drohenden finanziellen Schäden und erzeugen Zeitdruck. Ziel ist es, die Angerufenen zu schnellen Entscheidungen zu bewegen, um sensible Daten zu erhalten.

Bildschirmfreigabe wird zur Gefahr

Im weiteren Verlauf verlangen die Betrüger Karteninformationen, Einmalcodes oder andere persönliche Angaben. Besonders gefährlich wird es, wenn sie ihr Opfer dazu bringen, die Bildschirmfreigabe des iPhones zu aktivieren und die Banking-App zu öffnen. Dadurch können Passwörter, Kontonummern und Sicherheitscodes direkt mitgelesen werden. Weil die Daten in Echtzeit übertragen werden, sehen die Täter jeden Schritt und können sofort reagieren. Die erlangten Informationen nutzen sie anschließend, um auf Konten zuzugreifen oder Überweisungen vorzubereiten.

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So schützen sich Nutzer

Malwarebytes empfiehlt, bei unerwarteten FaceTime-Anrufen oder Nachrichten besonders vorsichtig zu sein. Sensible Daten sollten über diesen Weg grundsätzlich nicht weitergegeben werden. Geben sich Anrufende als Mitarbeiter einer Bank oder von Apple aus, sollte das Gespräch sofort beendet werden. Anschließend sollte das betreffende Unternehmen nur über bekannte und vertrauenswürdige Kontaktwege erreicht werden. Außerdem empfiehlt es sich, das iPhone stets mit der aktuellen iOS-Version zu nutzen.

Nach einem Betrug schnell handeln

Wer bereits Daten weitergegeben hat, sollte umgehend seine Bank informieren. So können verdächtige Überweisungen gestoppt, Zugänge gesperrt oder weitere Abbuchungen verhindert werden. Zudem sollten Betroffene Anzeige bei der Polizei erstatten. Nachrichten, Telefonnummern, Anrufzeiten und weitere Belege sollten dafür gesichert werden. Auch die geführten Gespräche und die weitergegebenen Informationen sollten möglichst genau dokumentiert werden.

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