Schwerin (dpa/mv) - Wer im Nordosten gerade Sommerferien hat, kann diese Zeit nutzen, um seine Daten besser zu schützen und bei Social Media aufzuräumen. Das Projekt „Medienscouts Mecklenburg-Vorpommern“ hat dazu praktische Tipps entwickelt. Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Sebastian Schmidt, betont: „Mit wenigen Minuten Aufwand können Jugendliche ihre Konten deutlich besser schützen und selbst entscheiden, welche Informationen sie im Netz preisgeben.“
Passwörter überprüfen und starke Kennwörter nutzen
Der erste Schritt ist laut den Medienscouts die Überprüfung der Passwörter. Für jeden Account sei ein starkes, individuelles Passwort ratsam. Passwortmanager könnten helfen, sichere Kennwörter zu erstellen und übersichtlich zu verwalten. So wird verhindert, dass Unbefugte leicht auf persönliche Profile zugreifen können.
Privatsphäre-Einstellungen anpassen
Ein Blick in die Einstellungen zur Privatsphäre der einzelnen Plattformen lohne sich ebenfalls. Die Medienscouts empfehlen, folgende Fragen zu klären: Wer kann mein Profil finden? Wer sieht meine Beiträge, darf kommentieren oder teilen? Und wer kann Kontakt mit mir aufnehmen? Durch gezielte Anpassungen wird die Sichtbarkeit eingeschränkt und die Kontrolle über die eigenen Daten erhöht.
App-Berechtigungen kritisch prüfen
Bei der Installation erhalten viele Apps standardmäßig weitreichende Zugriffsrechte. Die Medienscouts raten, kritisch zu hinterfragen, welche Berechtigungen tatsächlich erforderlich sind. „Benötigt eine Wecker-App Zugriff auf Fotos? Muss eine Video-App dauerhaft auf das Mikrofon oder den Standort zugreifen?“ Was nicht notwendig ist, sollte deaktiviert oder nur bei Benutzung der App zugelassen werden. So wird verhindert, dass Apps unnötig persönliche Daten sammeln.
Follower und Kontakte aufräumen
Unbekannte Follower oder Kontakte, Spamanfragen und Fake-Profile können den Medienscouts zufolge entfernt werden. Grundsätzlich gelte, Freundschaftsanfragen unbekannter Personen nicht anzunehmen. Dadurch wird das Risiko von Datenmissbrauch und unerwünschter Kontaktaufnahme minimiert.
Eigenes Profil aktualisieren
Wer möchte, kann auch das eigene Profil unter die Lupe nehmen. Alte Beiträge, angeheftete Inhalte oder Highlights, die nicht mehr zur eigenen Persönlichkeit passen, sollten gelöscht oder aktualisiert werden. So entstehe ein aktueller und authentischer Online-Auftritt, und die „For You Page“ werde bewusster gestaltet. Die Medienscouts betonen, dass ein aufgeräumtes Profil nicht nur sicherer, sondern auch ansprechender wirkt.
Ausbildung zum Medienscout
Jugendliche der 8. bis 10. Klasse können in kostenfreien Wochenendcamps zu Medienscouts ausgebildet werden, um ihre Mitschüler im Umgang mit digitalen Medien, Datenschutz oder Cybermobbing zu unterstützen. Für das nächste Ausbildungswochenende im November in Schwerin können sich Schülerinnen und Schüler auf der Website des Projekts anmelden. Die Initiative wird vom Landesdatenschutzbeauftragten unterstützt und hat zum Ziel, junge Menschen für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu sensibilisieren.



