Der Schulstart ist für viele Kinder der erste Schritt in die Unabhängigkeit – und für Eltern oft eine Zeit der Sorgen. Smartwatches für Kinder versprechen Abhilfe: Sie ermöglichen Ortung und Erreichbarkeit, ohne die Ablenkungen eines Smartphones. Doch die Geräte haben auch Schattenseiten, wie Datenschutzbedenken und die Gefahr der Überbehütung.
Was können Kinder-Smartwatches leisten?
Modelle wie die Xplora X6Play, vom Fachmagazin Chip zum Testsieger gekürt, bieten GPS-Ortung, Anruf- und SOS-Funktion. Über eine App auf dem Eltern-Smartphone lassen sich Kontakte und Nutzungszeiten begrenzen. Ein Schulmodus schaltet die Uhr während des Unterrichts auf Uhrzeit und SOS-Taste frei. Zusätzlich gibt es einen Schrittzähler, der Bewegung mit digitalen Münzen belohnt, die gegen Spiele eingetauscht werden können – allerdings nur über ein Eltern-Gerät.
Selbstständigkeit versus Kontrolle
Kritiker warnen vor einer Einschränkung der kindlichen Autonomie. „Die Helikopterüberwachung ist pädagogisch umstritten und kann die Persönlichkeitsrechte des Kindes einschränken“, so der Kinderschutzbund Landesverband Thüringen. Eltern sollten die Nutzung mit dem Kind absprechen und die Kommunikation auf das Nötigste beschränken.
Datenschutz und Sicherheitsrisiken
Die Geräte sammeln kontinuierlich Standort- und teilweise Vitaldaten, die auf Herstellerservern verarbeitet werden. Experten raten, auf seriöse Anbieter mit Sitz in der EU zu achten. Uhren mit Abhörfunktion sind in Deutschland verboten, da sie die Privatsphäre verletzen.
Alternative ohne Überwachung
Wer auf den Überwachungsaspekt verzichten möchte, kann zu Modellen wie der Tobi-Robot-Smartwatch von Little Tikes greifen. Diese bietet Kamera, Lernspiele und Bewegungsspiele, jedoch keine Mobilfunkverbindung. Sie eignet sich eher als Spielzeug und sollte nicht in der Schule getragen werden.
Fazit: Abwägungssache
Die Anschaffung einer Kinder-Smartwatch sollte wohlüberlegt sein. Sie kann eine sinnvolle Vorstufe zum ersten Smartphone sein, wenn Eltern Sicherheitsbedürfnis und kindliche Selbstständigkeit in Balance halten. Wichtig: Zu den Anschaffungskosten kommen monatliche Tarifgebühren hinzu, sodass sich Bundles wie das der Xplora X6Play bei o2 (einmalig 1 Euro, 9,99 Euro monatlich) lohnen können.



