Ölpreise treiben E-Auto-Absatz in Europa auf Rekordhoch
Ölpreise treiben E-Auto-Absatz auf Rekordhoch

Der schwankende Ölpreis treibt den Markt für Elektroautos in Europa an. Im zweiten Quartal 2026 erreichte der Anteil reiner Elektroautos (BEV) an den Neuzulassungen in der Europäischen Union mit 22 Prozent den höchsten Wert aller Zeiten, wie das Beratungsunternehmen PwC in einer aktuellen Studie mitteilt. Erstmals wurden in einem Quartal mehr als 600.000 reine Stromer neu zugelassen. In Deutschland übertraf der BEV-Anteil im Juni mit 28,4 Prozent den Hybridanteil, der bei 28,1 Prozent lag.

Globaler Rekord bei Verkaufszahlen, aber Wachstum lässt nach

Weltweit wurden im zweiten Quartal mehr als 3,9 Millionen BEVs verkauft – ein Rekord sowohl beim Volumen als auch beim Marktanteil. PwC wertete für die Studie die Neuzulassungszahlen in 43 Märkten aus. Allerdings verlangsamt sich das Wachstumstempo. China, der mit Abstand größte Elektroautomarkt, verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang um fünf Prozent auf knapp 3,6 Millionen BEVs. Da der gesamte Automarkt in China schrumpfte, lag der BEV-Anteil an den Neuzulassungen im zweiten Quartal dennoch bei 44 Prozent.

Gebrauchte E-Autos: Anteil verdoppelt sich in Deutschland

Seit Beginn des Irankriegs werden laut PwC mehr gebrauchte BEVs verkauft. In Deutschland hat sich der Anteil gebrauchter Elektrofahrzeuge an allen Gebrauchtwagenverkäufen von drei Prozent im Mai 2025 auf über sechs Prozent im Mai 2026 verdoppelt. Dies zeigt eine wachsende Akzeptanz der Elektromobilität auch auf dem Gebrauchtmarkt.

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Experte: Ölpreis als Beschleuniger, Technologie als Fundament

„Die Ölpreisentwicklung wirkt wie ein externer Beschleuniger für die Verbreitung der Elektromobilität“, sagte PwC-Automobilmarktexperte Harald Wimmer. Entscheidend sei jedoch die technologische Reife der aktuellen Modellgeneration, konkret: „hohe Reichweiten, wettbewerbsfähige Preise und klare Vorteile bei den Betriebskosten“. Die volatile Lage auf dem Ölmarkt macht Elektroautos für Verbraucher attraktiver, gleichzeitig treiben sinkende Batteriekosten und verbesserte Ladeinfrastruktur die Nachfrage an.

Ausblick: Dynamische Stromtarife als zusätzlicher Anreiz

Ein weiterer Trend: Immer mehr Haushalte mit Elektroauto nutzen dynamische Stromtarife, die günstige Preise bei viel Wind- und Sonnenstrom bieten. Eine aktuelle Auswertung zeigt, dass sich diese Tarife besonders für E-Auto-Besitzer lohnen, da sie das Laden zu Niedrigpreiszeiten ermöglichen. Die Kombination aus sinkenden Betriebskosten und staatlichen Förderungen dürfte den Absatz von Elektroautos in Europa weiter ankurbeln, erwarten Analysten.

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