Sonnenstürme verzerren Radiowellen: Neue Studie erklärt Schwierigkeiten bei der Suche nach Außerirdischen
Sonnenstürme verzerren Radiowellen: Hindernis für Alien-Suche

Sonnenstürme als Hindernis bei der Suche nach außerirdischem Leben

Warum haben Astronomen bislang keine eindeutigen Botschaften einer fremden Intelligenz im All nachweisen können? Eine neue Studie liefert eine mögliche Erklärung: Verzerrte Radiowellen durch Sonnenstürme könnten die Suche erheblich erschweren. Forschende vom amerikanischen Institut SETI, das sich der Suche nach außerirdischem Leben widmet, haben im Fachjournal »The Astrophysical Journal« berichtet, dass Signale aus fernen Sternensystemen auf der Erde möglicherweise so stark verändert ankommen, dass sie schwer zu erkennen sind.

Die Herausforderung der verzerrten Frequenzen

Seit etwa einem halben Jahrhundert suchen Astronomen mit leistungsstarken Teleskopen nach Radiowellen, die auf intelligentes Leben im Universum hindeuten könnten. Dabei konzentrieren sie sich auf Aufnahmen von Radiowellen und achten auf Ausschläge bei bestimmten Frequenzen, die sich nicht durch bekannte astrophysikalische Phänomene erklären lassen. Die Annahme ist, dass eine außerirdische Zivilisation eine Botschaft wahrscheinlich in einem engen Frequenzbereich als Radiowelle aussenden würde. Allerdings haben Wissenschaftler möglicherweise übersehen, dass diese Signale auf ihrem Weg zur Erde stark verzerrt werden können.

Wie die Studie zeigt, schleudern Sterne regelmäßig große Mengen Plasma aus, sogenannte koronale Massenauswürfe, sowie Sonnenwinde. Diese Wolken geladener Teilchen können das Frequenzband der Radiowellen verbreitern und so die Signale „verschmieren“. Dies macht es schwieriger, sie mit Teleskopen zweifelsfrei zu detektieren, da die ursprünglich schmalen Frequenzbereiche verwischt werden.

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Besondere Auswirkungen bei Roten Zwergen

Für ihre Untersuchung analysierte das Forschungsteam, wie sich die Aktivität der Sonne in unserem eigenen Planetensystem auf Radiowellen auswirkt. Die Ergebnisse wurden dann auf andere Sterntypen verallgemeinert. Dabei zeigte sich, dass sogenannte Rote Zwerge mögliche Signale besonders stark verzerren könnten. Rote Zwerge sind kleine, lichtschwache Sterne, die etwa drei Viertel aller Sterne im Universum ausmachen. Ihre häufige Präsenz und intensive Aktivität könnten somit ein erhebliches Hindernis für die Suche nach außerirdischer Intelligenz darstellen.

Die Forschenden hoffen, dass ihre Berechnungen in künftigen Suchkampagnen berücksichtigt werden. „Man kann die Strategie so wählen, dass sie besser auf Signale abgestimmt ist, die tatsächlich auf der Erde ankommen, und nicht auf das, was losgeschickt wird“, erklärt Mitautorin Grayce C. Brown vom SETI-Institut in einer Mitteilung. Diese Anpassung könnte die Erfolgschancen bei der Detektion von Botschaften aus dem All erhöhen.

Die Studie unterstreicht die Komplexität der Suche nach außerirdischem Leben und zeigt, dass natürliche Phänomene wie Sonnenstürme bisher unterschätzte Faktoren sein könnten. Mit verbesserten Methoden und einem tieferen Verständnis dieser Effekte könnten Astronomen in Zukunft möglicherweise doch noch auf Spuren intelligenter Zivilisationen stoßen.

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