Steam-Attacke: Hacker stahlen Kryptogelder mit manipulierten Spielen
Steam-Attacke: Hacker stahlen Kryptogelder mit manipulierten Spielen

Eine massive Cyberangriffskampagne auf der Spieleplattform Steam hat mindestens 8.000 Computer infiziert und zu einem Diebstahl von Kryptowährungen in Höhe von über 220.000 US-Dollar geführt. Das FBI hat einen 21-jährigen Tatverdächtigen aus Florida festgenommen. Die Ermittler machten manipulierte Spiele für den Diebstahl verantwortlich, die regulär über Steam vertrieben wurden und für ahnungslose Nutzer vertrauenswürdig erschienen.

Zweijährige Kampagne mit manipulierten Spielen

Laut dem Online-Magazin Techspot begann die Angriffswelle im Mai 2024. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahren veröffentlichten die Täter mindestens acht präparierte Spiele auf Steam. Die Titel enthielten Schadsoftware, die darauf ausgelegt war, Passwörter und andere sensible Daten von infizierten Computern auszulesen. Um eine möglichst große Reichweite zu erzielen, bewarben die Angreifer die Spiele zusätzlich über die Plattformen Discord, Telegram, X und LinkedIn. Automatisierte Konten kontaktierten gezielt Personen mit größeren Kryptowährungsbeständen. Anfang 2026 wurden die betroffenen Spiele schließlich von Steam entfernt.

FBI bittet um Mithilfe bei der Aufklärung

Die FBI-Außenstelle in Seattle rief mögliche Geschädigte öffentlich zur Mithilfe auf. Wer eines der verdächtigen Spiele installiert hatte oder Hinweise geben konnte, sollte sich über ein Onlineformular melden. Die Ermittler interessierten sich dabei unter anderem für das installierte Spiel, den Zeitpunkt der Installation, mögliche Kontaktaufnahmen sowie finanzielle Schäden. Auch Informationen zu Konten, Krypto-Wallets, Chatverläufen und Transaktionen wurden erbeten, um weitere Betroffene zu identifizieren. Die Malware war darauf spezialisiert, Krypto-Wallets zu plündern, sobald sie Zugriff auf die gespeicherten Anmeldedaten erlangt hatte.

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Kriminelle erbeuten Kryptogelder in sechsstelliger Höhe

Im Verlauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass etwa 80 Krypto-Wallets geplündert wurden. Die Gesamtbeute beläuft sich auf mindestens 220.000 US-Dollar, was rund 193.000 Euro entspricht. Allein über das Spiel „BlockBlasters“ sollen rund 150.000 US-Dollar gestohlen worden sein. Die Angreifer nutzten die erbeuteten Informationen, um sich Zugang zu den digitalen Geldbörsen ihrer Opfer zu verschaffen und die Guthaben auf ihre eigenen Konten zu transferieren. Die Schadsoftware war so programmiert, dass sie speziell nach Kryptowährungs-Wallets suchte und die Zugangsdaten ausspionierte.

Bitcoin-Spur führt zur Festnahme eines 21-Jährigen

Die Ermittler verfolgten Zahlungen aus einer Bitcoin-Wallet zu einem Gutscheindienst, wo mehr als 150 digitale Guthabencodes gekauft wurden. Viele dieser Codes nutzte jemand für Uber-Eats-Bestellungen an Adressen, die laut Klageschrift einem Verdächtigen zugeordnet werden konnten. Mitte Juli 2026 nahm das FBI einen 21-Jährigen aus Florida fest. Ihm wird vorgeworfen, die Veröffentlichung und Vermarktung der manipulierten Spiele finanziert zu haben. Wegen Verschwörung zur unbefugten Beschaffung von Computerdaten drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe. Die Ermittlungen dauern an; das FBI prüft, ob weitere Mittäter beteiligt waren.

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