Ein US-Startup namens Shift bietet in New York einen ungewöhnlichen Tauschhandel an: Kostenlose Wohnungsreinigung gegen Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz. Die Reinigungskräfte tragen dabei eine am Stirnband befestigte Kamera, die jede Bewegung aufzeichnet – vom Staubsaugen bis zum Wäschefalten. Diese Daten sollen humanoide Roboter befähigen, künftig selbstständig Hausarbeiten zu erledigen.
Wie funktioniert der Service?
Kunden zahlen keinen Cent für die Reinigung. Stattdessen erhalten sie eine professionelle Reinigung durch geschulte Mitarbeiter, die mit einer Kamera ausgestattet sind. Die Aufnahmen werden laut Shift anonymisiert: Gesichter und persönliche Details werden unkenntlich gemacht. Das Unternehmen betont, dass der Datenschutz gewahrt bleibt. Der Service startete zunächst in New York, eine Ausweitung auf andere US-Städte und Europa ist geplant.
Warum sind diese Daten so wertvoll?
Humanoide Roboter für den Haushalt gelten als nächster großer Durchbruch der Technologiebranche. Unternehmen wie Tesla, Boston Dynamics und Nvidia arbeiten an entsprechenden Modellen. Doch im Gegensatz zu KI-Sprachmodellen wie ChatGPT fehlt es an Trainingsdaten aus echten Haushalten. Diese zu sammeln ist teuer und aufwendig. Bisherige Methoden – etwa das Filmen von Menschen in Laboren – können die Komplexität realer Umgebungen nicht abbilden. Shift umgeht dieses Problem, indem es echte Haushalte als Datenquelle nutzt.
Herausfordernde Umgebungen erwünscht
Besonders wertvoll für das Training sind sogenannte „herausfordernde Reinigungsumgebungen“ – also stark verschmutzte Wohnungen. Shift wirbt daher explizit damit, auch sehr schmutzige Haushalte zu reinigen. Die gesammelten Daten sollen helfen, Roboter auf unvorhersehbare Situationen vorzubereiten, die in standardisierten Laboren nicht vorkommen.
Zukunft der Haushaltsroboter
Noch sind humanoide Roboter weit von der Marktreife entfernt. Bisher vorgestellte Modelle arbeiten oft ferngesteuert und wirken wenig hilfreich. Die Komplexität von Haushalten – mit wechselnden Gegenständen, unterschiedlichen Oberflächen und unvorhersehbaren Ereignissen – stellt eine enorme Hürde dar. Shift hofft, mit seinen Daten einen entscheidenden Beitrag zur Lösung dieses Problems zu leisten. Das Modell könnte Schule machen: Der Tausch von kostenlosen Dienstleistungen gegen Trainingsdaten könnte sich zu einem neuen Geschäftszweig entwickeln.



