Der belgische Schäferhund Ted ist der erste Mitarbeiter auf vier Pfoten beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Der Inlandsgeheimdienst hat den ehemaligen Tierheimhund als Sprengstoffspürhund eingestellt. Ted trägt keinen Trenchcoat und keine Sonnenbrille, bringt aber Geduld und Disziplin mit. Als ihm eine Hundewurst vorgelegt wird, greift er erst zu, nachdem seine Hundeführerin Desiree es ihm erlaubt hat.
Vom Tierheim zum Inlandsgeheimdienst
Die ersten Monate von Ted waren alles andere als glücklich. Weil sein erster Halter ihn misshandelte, wurde er vom Veterinäramt in ein Tierheim nach Koblenz (Rheinland-Pfalz) gebracht. Dort zeigte er schnell, dass er sich wegen seiner guten Nase und Suchfreude perfekt als Suchhund eignen würde. Das Tierheim stellte ihn deswegen bei Behörden vor.
So fand ihn die Entschärferin des Verfassungsschutzes. Desiree (43): „Ich bin dann zum Tierheim gefahren und da hat es eigentlich zwischen uns beiden gefunkt“, erzählt die Beamtin der BILD. „Ich nahm ihn dann wenige Tage später mit nach Hause und bildete ihn zunächst selbst aus.“
Chef vom Verfassungsschutz ist Hunde-Fan
Bislang war der Verfassungsschutz bei Bedarf auf Hunde der Polizei angewiesen. Desiree schlug vor, ein Pilotprojekt in der eigenen Behörde zu starten und Ted als einen Sprengstoffspürhund auszubilden. Dabei stieß sie sowohl bei ihren direkten Vorgesetzten als auch beim Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen – selbst hundebegeistert –, auf offene Ohren.
„In Zeiten hybrider Bedrohungen muss sich das BfV als Abwehrdienst breit aufstellen. Das Team von Desiree und Ted fügt sich in dieser Ausrichtung ein und bereichert das BfV enorm“, so Sinan Selen zu BILD. „Der Einsatz von Hunden trägt zu einem erhöhten Sicherheitsniveau bei Liegenschaftssicherung und in Einsatzszenarien bei. Ebenso wirken Hunde positiv in das jeweilige Team hinein. Ich unterstütze daher ausdrücklich den Weg, den das BfV mit der Ausbildung von Ted eingeschlagen hat.“
Und so begann das Team Desiree und Ted eine Ausbildung, mit Desiree als Entschärferin und dem Tier als angehendem Sprengstoffspürhund.
Grundausbildung abgeschlossen
Inzwischen hat der Vierbeiner eine Grundausbildung hinter sich und kann schon jetzt bei Aufträgen, die von der Behörde geheim gehalten werden müssen, eingesetzt werden. In diesem Jahr soll dann seine eigentliche Spezialausbildung beginnen.
„Doch schon jetzt hat er Gutes vollbracht“, sagt Desiree. „Ted spendete vor einigen Wochen einem kranken Hund sein Blut und rettete so ihm das Leben.“



