US-Startup Reflect Orbital plant umstrittene Riesenspiegel im All
US-Startup plant Riesenspiegel im All – Kritiker schlagen Alarm

Das US-amerikanische Raumfahrt-Start-up Reflect Orbital hat die Genehmigung erhalten, einen 18 Meter hohen Spiegel ins All zu bringen. Dieser soll Sonnenlicht reflektieren und gezielt Gebiete auf der Nachtseite der Erde beleuchten. Der Testsatellit Eärendil-1, benannt nach einer Figur aus Tolkiens Mittelerde, wird in einen niedrigen Erdorbit gebracht. Der ausgeklappte Spiegel erzeugt einen Lichtstrahl von fünf bis sechs Kilometern Durchmesser, der dem Mondschein bei Vollmond ähneln soll. Die Kosten pro Stunde betragen laut Informationen des Magazins Galaxus 5.000 US-Dollar, geplant sind niedrigere Preise bei mehreren aktiven Satelliten.

Technik und geplante Anwendungen

Reflect Orbital will mit der Technik Solaranlagen auch nachts betreiben, Militär- und Rettungseinsätze unterstützen, die Landwirtschaft durch längere Wachstumsphasen fördern und Bauprojekte beschleunigen. Auch nächtliche Events für „unvergessliche Erfahrungen“ sind geplant. Das Unternehmen schreibt auf seiner Website: „Unser Ziel ist es, Licht und Energie bereitzustellen, um die bestehende Solarinfrastruktur auch außerhalb der Zeiten, in denen direktes Sonnenlicht verfügbar ist, besser nutzbar zu machen.“ Bis 2035 sollen bis zu 50.000 solcher Satelliten im Orbit sein. Über eine App können Kunden ihren Lichtbedarf anmelden; jeder Lichtstrahl wird behördlich beantragt und genehmigt.

Kritik von Astronomen und Umweltschützern

Astronomiegesellschaften und Umweltverbände schlagen Alarm. Sie befürchten eine massive Zunahme der Lichtverschmutzung. Das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung stellte 2025 fest, dass bereits ein Viertel der weltweiten Landfläche und 88 Prozent der Gebiete Europas lichtverschmutzt sind. Die Organisation Dark Sky, die sich gegen Lichtverschmutzung einsetzt, kritisierte die Freigabe durch die US-Kommunikationsbehörde FCC trotz einer Petition mit über 12.000 Unterschriften und 1.800 öffentlichen Stellungnahmen. In einem offenen Brief an das Start-up heißt es: „Aufgrund der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse sehen wir keinen gangbaren Weg, wie diese Technologie mit den Grundsätzen einer verantwortungsvollen Beleuchtung oder mit unserer Mission zum Schutz der natürlichen Dunkelheit in Einklang gebracht werden könnte.“ Reflect Orbital gibt an, sich in Gesprächen mit Dark Sky zu befinden und „alle Meinungen“ ernst zu nehmen.

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Weltraummüll und CO₂-Ausstoß

Kritiker bemängeln zudem den CO₂-Ausstoß durch Raketenstarts und die Zunahme von Weltraummüll. Die European Space Agency (ESA) berichtet regelmäßig über wachsende Schrottmengen im Orbit. Größere Teile können durch die Atmosphäre auf die Erde gelangen und Schäden verursachen. Unternehmen wie Amazon und SpaceX (mit über 10.000 Starlink-Satelliten, geplant 42.000) treiben die Satellitenflotte ebenfalls voran. Experten befürchten, dass Flüge ins All durch die hohe Schrottmenge eines Tages unmöglich werden könnten.

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