Ist Fußballkunst erblich? Talentauswahl per Erbguttest
Ist Fußballkunst erblich? Talentauswahl per Erbguttest

Wäre es nicht praktisch, früh das Genom analysieren zu lassen? Dann wüssten Eltern, ob es sich lohnt, in die Fußballkarriere ihrer Kinder zu investieren. Völlig absurd ist das nicht, meint Sascha Karberg in seiner Kolumne.

Der Traum vom Fußballtalent

Natürlich wäre der Erbonkel in jungen Jahren eine spielentscheidende Bereicherung für die Fußballnationalmannschaft gewesen – so wie Millionen Deutsche. Doch leider, leider schaute kein Talent-Scout auf den Bolzplätzen vorbei, auf denen das übersehene Talent jede freie Minute des Tages mit einem Ball am Fuß verbrachte. Oder fehlte es doch an den richtigen „Fußball-Genen“?

Genetische Tests im Sport

Die Idee, Talente per Erbguttest zu identifizieren, ist nicht neu. Einige Unternehmen bieten bereits Gentests an, die angeblich Aufschluss über sportliche Fähigkeiten geben sollen. Doch die Wissenschaft ist skeptisch: Die Vererbung von Talent ist komplex und wird von vielen Genen beeinflusst. Ein einfacher Test kann daher kaum verlässliche Vorhersagen treffen.

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Dennoch forschen Wissenschaftler weiter an den genetischen Grundlagen von sportlicher Leistungsfähigkeit. So wurden beispielsweise bestimmte Genvarianten mit Ausdauer oder Muskelkraft in Verbindung gebracht. Ob diese Erkenntnisse jedoch jemals für eine verlässliche Talentauswahl taugen, bleibt fraglich.

Kritiker warnen zudem vor ethischen Problemen: Eine frühe Selektion aufgrund genetischer Tests könnte Kinder unter Druck setzen und den Spaß am Sport nehmen. Zudem würden soziale Faktoren wie Training, Umfeld und Motivation vernachlässigt, die für den Erfolg ebenso wichtig sind.

Ob der Erbonkel also wirklich ein verkanntes Genie war oder einfach nur gerne kickte – die Antwort liegt wohl nicht in den Genen, sondern auf dem Platz.

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