KI-Agent Biomni: 60 Stunden Arbeit in 40 Minuten für Medizinforschung
KI-Agent Biomni: 60 Std. Arbeit in 40 Min.

Ein eigens entwickelter biomedizinischer KI-Agent namens „Biomni“ soll Forschenden das aufwendige Sichten von Studien und Datensätzen abnehmen. Das US-Forschungsteam um Kexin Huang von der Stanford University stellt die KI im Fachjournal „Science“ vor. Biomni kann eigenständig Anweisungen umsetzen und deckt 25 medizinische Teilbereiche ab, von Biochemie über Genetik und Neurologie bis hin zur Zellbiologie.

Zeitersparnis: 40 Minuten statt 60 Stunden

Für die Zeitersparnis nennt das Team ein konkretes Beispiel: Biomni sollte aus 450 hochgeladenen Dateien Hypothesen über die Zusammenhänge von Glukosewerten, Ernährung und körperlichen Aktivitäten formulieren. Die Aufgabe bewerkstelligte die KI samt Grafiken in 40 Minuten. Ein Mensch hätte dafür mindestens 60 Stunden gebraucht, schätzt Studienleiter Jure Leskovec. „Biomni schafft diese Arbeit in Minuten.“

Zugang zu zahlreichen Werkzeugen und Datenbanken

Die auf Biomedizin spezialisierte KI hat Zugang zu Hunderten analytischen Werkzeugen und Programmen – etwa zu Erbgut-Sequenzanalysen oder zur Genschere Crispr –, zu Dutzenden Datenbanken und sogar zu unveröffentlichten Studien auf Datenservern. Laut Erstautor Kexin Huang kann Biomni einfache Fragen wie „Warum reagieren diese Patienten anders auf das Medikament?“ verstehen und dann „loslegen und viel wissenschaftliche Zuarbeit übernehmen“.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Hybride Partnerschaft zwischen Mensch und KI

Hemmschuh für die biomedizinische Forschung seien weder fehlende Ideen noch fehlende Intelligenz, sondern der Aufwand für das handwerkliche Vorgehen. „Dieser mühsame Aufwand bremst Innovationen“, betont Leskovec. Mit Biomni könnten sich Forschende künftig auf Beurteilung, Ideenbildung und Kreativität konzentrieren. Das Team schreibt: „Perspektivisch könnten Biomni und seine Nachfolger eine grundlegende Infrastruktur in einem KI-angetriebenen biomedizinischen Ökosystem werden und nahtlos mit menschlichen Experten zusammenarbeiten, um Einsichten in Gesundheit und Krankheit zu entschlüsseln.“

Bereits in 1000 Laboren im Einsatz

Ein Prototyp des KI-Agenten ist der Universität zufolge schon in etwa 1000 Laboren von Industrie und Forschungseinrichtungen im Einsatz. Die hybride Partnerschaft könne die biomedizinische Forschung umgestalten, indem sie Hypothesen erstellt, Entdeckungs-Pipelines anpasst und medizinische Innovationen schneller voranschreiten lässt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration