KI ersetzt Menschen: Ältere Generation fühlt sich systematisch abgehängt
KI ersetzt Menschen: Ältere fühlen sich abgehängt

KI ersetzt Menschen: Ältere Generation fühlt sich systematisch abgehängt

Spätabends klingelte das Festnetztelefon bei der Autorin. Am anderen Ende meldete sich eine 85-jährige Dame aus Sachsen, die die Nummer „ausfindig gemacht“ hatte, wie sie mit einem spitzbübischen Lachen verriet. Diese Suche sei gar nicht so einfach gewesen, fügte die Seniorin hinzu. Statt erwarteter Kritik wollte die Rentnerin jedoch lediglich ihren Dank aussprechen.

Dank für klare Worte zur Künstlichen Intelligenz

Die Anruferin war zutiefst bewegt von einer Kolumne über KI und die zunehmend nicht mehr mit Menschen besetzten Hotlines. Endlich traue sich jemand öffentlich zu sagen, dass die neue Technik den Alltag nicht nur erleichtere, sondern für die ältere Generation geradezu zur Hölle machen könne. „Überall wird das als Fortschritt angepriesen“, schimpfte die Seniorin energisch. „Dabei bleibt dadurch die Mitmenschlichkeit noch mehr auf der Strecke. Mir graut richtig, wenn ich über so einen Chatbot ein Anliegen klären muss.“

Sie wolle nicht als technikfeindlich gelten, beeilte sich die 85-Jährige zu betonen: „Ich habe ein Smartphone, kann über WhatsApp Bilder verschicken und per Video telefonieren. Das erleichtert den Kontakt zu Kindern und Enkeln erheblich.“ Dennoch sehe sie eine enorme Gefahr darin, dass durch die fortschreitende Automatisierung menschliche Arbeitskräfte wegrationalisiert würden.

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Die große Sorge vor Vereinsamung und Hilflosigkeit

„Das wäre doch furchtbar für die Gesellschaft und unser Miteinander“, erklärte die Rentnerin besorgt. „Das macht die Menschen noch einsamer und uns Alte bei Problemen völlig hilflos.“ Diese Befürchtung teilt auch die Autorin, die der Dame in diesem Punkt nicht widersprechen konnte.

Persönliche Erfahrung: Automatisierung im Flugverkehr

Bei einem kürzlichen Flug von Barcelona erhielt die Journalistin einen deutlichen Vorgeschmack auf diese Entwicklung. An den Flughäfen gab es kaum noch Schalterpersonal – alles lief automatisch ab, selbst die Kofferabfertigung mussten die Passagiere eigenständig vornehmen. Als Geschäftssprache diente ausschließlich Englisch, was für die Autorin noch leidlich funktionierte.

Links und rechts neben ihr drohten jedoch zahlreiche ältere Reisende zu verzweifeln. Menschliche Ansprechpartner waren praktisch nicht vorhanden – bis auf eine einzige Mitarbeiterin, die nur Spanisch sprach. „Schöne neue Welt, mir graut“, resümierte die Autorin nachdenklich. Ihre mitreisenden Kinder fanden die vollautomatisierte Abwicklung hingegen großartig.

Gesellschaftliche Debatte dringend notwendig

Dieser Kontrast zwischen den Generationen wirft grundlegende Fragen auf:

  • Wie können wir sicherstellen, dass technischer Fortschritt nicht zur sozialen Spaltung führt?
  • Welche Maßnahmen sind notwendig, um ältere Menschen in der digitalisierten Welt nicht abzuhängen?
  • Wo müssen wir Grenzen der Automatisierung setzen, um menschliche Nähe und Hilfsbereitschaft zu bewahren?

Die Erfahrungen der 85-jährigen Anruferin und der Autorin zeigen deutlich, dass diese Debatte dringend geführt werden muss. Während die junge Generation die Vorteile der KI und Automatisierung begeistert nutzt, fühlen sich viele Ältere zunehmend überfordert und alleingelassen.

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