USA setzten KI-Modell für Angriffe im Iran trotz Pentagon-Streit ein
Die Schaltzentrale der Basidsch-Miliz in der iranischen Hauptstadt Teheran wurde bei einem US-Angriff vollständig zerstört. Im Zentrum Teherans kam es am Sonntag zu schweren Explosionen, bei denen dichte Rauchwolken aufstiegen. Das Mullah-Regime, dessen Oberster Führer Ali Chamenei am Samstag bei einem Militärschlag getötet wurde, feuerte unterdessen Vergeltungsschläge gegen israelische und US-amerikanische Verbündete im Nahen Osten ab.
KI-Plattform Claude unterstützte US-Operationen
Jetzt wird bekannt, dass die US-Streitkräfte bei der Planung und Durchführung der Angriffe auf den Iran Künstliche Intelligenz einsetzten. Laut Berichten des Wall Street Journal nutzte das Pentagon die KI-Plattform Claude des US-Unternehmens Anthropic. Die KI unterstützte konkret bei der Lageauswertung, Zielbestimmung und Kampfsimulation sowie beim Zusammenführen von Satelliten-, Drohnen- und SIGINT-Daten, also elektronischen Signalen.
Darüber hinaus half Claude bei der Beschleunigung von Planungszyklen und beim Durchspielen möglicher Reaktionen des iranischen Gegners. Im Bericht wird jedoch klar gemacht, dass die KI keine Waffensysteme gesteuert hat, sondern ausschließlich als Planungs- und Analysewerkzeug diente.
Pikanter Hintergrund: Vertragsbeendigung vor den Angriffen
Die Nutzung der Anthropic-KI ist besonders pikant, da die Regierung unter US-Präsident Donald Trump in den Tagen vor dem Iran-Angriff eigentlich alle Verträge mit dem Unternehmen beendet hatte. Hintergrund ist ein Streit zwischen Anthropic-CEO Dario Amodei und Kriegsminister Pete Hegseth.
Amodei hatte sich den Forderungen Hegseths widersetzt, bestimmte Sicherheitsschranken in der Software zu entfernen. Er weigerte sich beharrlich, die KI für Massenüberwachung im Inland oder in vollautonomen Waffensystemen freizugeben. Das Unternehmen wurde daraufhin auf eine schwarze Liste gesetzt, weil es nach Angaben des Pentagon nicht alle militärischen Nutzungsanforderungen erfüllen wollte.
Hintertürchen ermöglichte weitere Nutzung
Trotz der offiziellen Vertragsbeendigung wurde Claude laut dem Wall Street Journal weiterhin in erheblichem Umfang genutzt, insbesondere vom United States Central Command (CENTCOM), das für den Nahen Osten zuständig ist. Der Grund dafür ist eine Art vorläufiges Hintertürchen: Es existiert eine sechsmonatige Übergangsphase, die die Nutzung von Claude erlaubt, bis die Systeme neuer Regierungspartner wie OpenAI unter Sam Altman und xAI von Elon Musk für das Pentagon einsatzbereit sind.
Während Anthropic beim Pentagon in Ungnade gefallen ist, bewundern viele in der Öffentlichkeit die kompromisslose Haltung des Unternehmens. Nach dem öffentlich gewordenen Streit stieg Claude zur Nummer 1 bei Downloads in den App-Stores in den USA auf, was die gespaltene öffentliche Meinung zu militärischer KI-Nutzung deutlich macht.



