USA wollen 70 Millionen Fußball-Talente mit KI scouten
USA scouten 70 Mio. Fußball-Talente mit KI

Umfragen in den USA haben in den letzten Monaten Überraschendes offenbart: Fußball gehört zu den vier beliebtesten Sportarten im Land. Hinter American Football und Basketball kämpfen die Kicker und die Baseballer um die Plätze drei und vier. Einige Meinungsforscher sehen Fußball sogar auf dem Podium.

Nationalmannschaft bleibt hinter Erwartungen

Die Begeisterung der Massen überträgt sich jedoch nicht auf die US-amerikanische Nationalelf. Das beste Ergebnis in der modernen Ära war das Ausscheiden im Viertelfinale bei der WM 2002 in Südkorea und Japan. Auch für das anstehende Turnier sind die Erwartungen an die Mannschaft von Trainer Mauricio Pochettino (54) nicht sonderlich hoch. In den letzten vier Vorbereitungsspielen gab es nur einen Sieg gegen Senegal, die anderen drei Tests gingen verloren – gegen Belgien, Portugal und zuletzt in Chicago gegen Deutschland mit 1:2.

Künstliche Intelligenz als Scout

Doch in Zukunft soll alles besser werden, und zwar mit der Hilfe von Künstlicher Intelligenz. Diese soll eingesetzt werden, um Spieler, die für die US-Nationalmannschaft infrage kommen, zu scouten – und zwar weltweit. Vater des Projekts ist Dan Helfrich (52), der bis letztes Jahr noch Chef einer großen Wirtschaftsberatungsagentur war. Er sagt: „Ich glaube, wir können künftig jedes einzelne Fußballspiel beobachten, das ein für die USA spielberechtigter Akteur irgendwo auf der Welt bestreitet.“ Das sind nach seinen Schätzungen zwischen 50 und 70 Millionen Jungen und Mädchen.

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Helfrich betont die Notwendigkeit der KI: „Wie sollen Ihre Scouts, also Menschen, all diese Orte erreichen? Das können sie nicht. Und damit schließen Sie automatisch 99,5 Prozent aller Talente aus.“

Pay-to-Play als Hindernis

Ein weiteres Problem in den USA ist das sogenannte Pay-to-Play-System. Familien zahlen oft hohe Summen, damit ihre Kinder in leistungsorientierten Nachwuchsligen spielen dürfen. Wer sich das nicht leisten kann, verschwindet schnell vom Radar, noch bevor ein Scout ihn entdeckt hat. Der US-Verband setzt daher auf Live-Übertragungen oder Video-Mitschnitte von Spielen in aller Welt. Darüber läuft dann eine KI, die nach bestimmten Merkmalen die Talente sichtet. Sie kann auch mit bestimmten Positionen gefüttert werden, die US Soccer gerade benötigt.

Grenzen der Technologie

Doch auch die Künstliche Intelligenz stößt an Grenzen. Wenn in Zukunft die Entscheidung getroffen werden soll, ob ein Spieler wirklich eine Einladung für eine Jugend-Auswahlmannschaft erhält, wird immer noch ein menschlicher Scout anreisen. Dieser soll dann final den Daumen heben oder senken. So wird die KI als Werkzeug genutzt, um die riesige Anzahl potenzieller Talente zu filtern, während die menschliche Expertise die letztendliche Auswahl trifft.

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