Meta reagiert auf EU-Druck: WhatsApp öffnet sich für Konkurrenz-KI
Der US-Internetkonzern Meta hat nach massivem Druck der Europäischen Union eingelenkt und wird vorübergehend KI-Chatbots von Wettbewerbern auf seiner Messenger-Plattform WhatsApp zulassen. Diese außergewöhnliche Maßnahme ist auf zwölf Monate befristet, wie der Facebook-Mutterkonzern am Donnerstag offiziell mitteilte. Durch diese Zugeständnisse wird eine drohende einstweilige Anordnung der europäischen Wettbewerbsbehörden voraussichtlich hinfällig.
EU-Kommission setzt Meta unter Zugzwang
Bereits Anfang Februar hatte die EU-Kommission den Meta-Konzern angewiesen, neben dem hauseigenen KI-Chatbot auch alternative Anbieter von Künstlicher Intelligenz in WhatsApp zu integrieren. Die Begründung der Behörde war eindeutig: Kleinere Wettbewerber könnten durch den Ausschluss von der populären Messenger-App irreparablen Schaden nehmen und letztlich vom Markt verdrängt werden. Die Kommission betonte, dass solche Praktiken den fairen Wettbewerb erheblich beeinträchtigen würden.
WhatsApp als geschäftliche Plattform gewinnt an Bedeutung
Für viele Nutzer ist WhatsApp primär ein privater Kommunikationskanal mit Freunden und Familie. Doch die Realität hat sich längst gewandelt: Immer mehr Unternehmen setzen den Dienst systematisch für ihren Kundenkontakt ein. Verbraucher nutzen WhatsApp mittlerweile regelmäßig, um Produktfragen zu stellen, technischen Support zu erhalten oder sogar direkt Bestellungen in Online-Shops aufzugeben. In den meisten Fällen antwortet dabei kein menschlicher Mitarbeiter, sondern ein spezialisierter KI-Chatbot.
Meta verdient an geschäftlicher Nutzung
Der Mutterkonzern Meta profitiert finanziell von dieser Entwicklung, da er von Unternehmen, die WhatsApp geschäftlich einsetzen, entsprechende Gebühren verlangt. Nach internen Angaben des Konzerns nutzten auch reine KI-Anbieter den Dienst intensiv. Diese Anbieter ließen ihre allgemeinen Chatbots – ähnlich wie ChatGPT oder Google Gemini – über die WhatsApp-Infrastruktur laufen und profitierten so von der enormen Reichweite und den leistungsstarken Servern von Meta.
Meta änderte Geschäftsbedingungen zugunsten eigener KI
Allerdings hat Meta im Oktober vergangenen Jahres die Geschäftsbedingungen für die WhatsApp-Unternehmensfunktionen grundlegend geändert. Seitdem sind alle Firmen ausgeschlossen, deren Kerngeschäft die Entwicklung und Bereitstellung von Künstlicher Intelligenz darstellt. Mitte Januar endete zudem eine Übergangsfrist für Anbieter, die diese Funktionen zuvor bereits genutzt hatten. Diese restriktive Politik führte direkt zur Intervention der EU-Kommission, die nun mit der zwölfmonatigen Öffnungspflicht einen Kompromiss erzwungen hat.



