Windows 12: Droht durch KI-Pflichtausstattung ein neuer Hardware-Schock?
Gerüchte über das nächste Windows-Betriebssystem von Microsoft sorgen für Aufregung in der Tech-Welt. Internen Dokumenten zufolge arbeitet der Konzern an einem neuen System mit dem Codenamen Hudson Valley Next, das höchstwahrscheinlich als Windows 12 vermarktet werden soll. Besonders kontrovers diskutiert wird eine mögliche Pflichtausstattung mit spezieller KI-Hardware, die zahlreiche bestehende Computer ausschließen könnte.
Neue Hardware-Anforderungen als größte Hürde
Wie das Online-Magazin PC World berichtet, plant Microsoft, künstliche Intelligenz tief in die Systemstrukturen von Windows 12 zu integrieren. Funktionen wie Echtzeit-Zusammenfassungen und eine neue KI-Suche sollen künftig direkt auf dem Gerät ausgeführt werden, ohne Cloud-Verbindung. Dies verspricht mehr Datenschutz, erfordert jedoch entsprechende Hardware. Konkret soll eine Neural Processing Unit (NPU) mit mindestens 40 Billion Operations per Second (TOPS) zur Pflicht werden.
Das Problem: Aktuell verfügen nur wenige Computer über solche NPUs, hauptsächlich Geräte aus der Copilot+-Sparte. Damit könnte die Zahl der vom Update ausgeschlossenen Geräte deutlich höher sein als beim Umstieg von Windows 10 auf Windows 11, als das Trusted Platform Module 2.0 (TPM 2.0) zur Pflicht wurde.
Modulare Architektur als Hoffnungsschimmer
Gleichzeitig arbeitet Microsoft angeblich an einer modularen CorePC-Architektur, die das System flexibler machen und Updates vereinfachen soll. Theoretisch könnten dadurch auch ältere Computer das neue Betriebssystem nutzen, indem KI-Komponenten einfach nicht installiert werden, wo sie nicht unterstützt werden. Allerdings fehlen zu diesem Zeitpunkt noch konkrete Details zur Umsetzung, sodass dies reine Spekulation bleibt.
Wiederholung alter Fehler und sinkendes KI-Interesse
Die Einführung neuer Hardwareanforderungen erinnert viele Nutzer an das TPM-2.0-Debakel von 2021. Damals schloss Microsoft zahlreiche funktionsfähige Geräte aus. Heute könnte die Situation noch gravierender sein, da NPUs noch seltener verbaut sind. Hinzu kommt, dass der Hype um künstliche Intelligenz aktuell abkühlt.
In den vergangenen Monaten wurde Microsoft wiederholt dafür kritisiert, zu viel Energie in Copilot zu stecken und Windows zu vernachlässigen. Der Spottbegriff Microslop verbreitet sich in sozialen Netzwerken und richtet sich gegen die Vielzahl neuer KI-Funktionen. Auch die Verkaufszahlen der Copilot-Plus-Rechner sollen deutlich hinter den Erwartungen liegen.
Firmenchef Satya Nadella räumte beim World Economic Forum 2026 in Davos ein, dass KI-Entwickler dringend Anwendungen schaffen müssten, die der Allgemeinheit tatsächlich nutzen. Steigende Hardwarepreise verstärken den Unmut zusätzlich.
Veröffentlichung noch 2026 möglich
Offiziell bestätigt ist Windows 12 zwar nicht, doch die internen Dokumente deuten auf eine Vorstellung noch im Jahr 2026 hin. Ob Microsoft die Hardware-Anforderungen tatsächlich so strikt umsetzt oder nachgibt, bleibt abzuwarten. Sicher ist: Die Diskussion um Kompatibilität und Nutzen von KI-Funktionen wird die Tech-Branche noch lange beschäftigen.



