Der Asteroid 2024 YR4 mit einem Durchmesser von etwa 60 Metern könnte im Jahr 2032 auf dem Mond einschlagen. Ursprünglich als erdgefährdend eingestuft, ist ein Einschlag auf der Erde inzwischen ausgeschlossen. Doch ein Einschlag auf dem Mond hätte dennoch Folgen für die Erde, wie eine neue chinesische Studie der Tsinghua-Universität in Peking zeigt.
Wahrscheinlichkeit und Energie des Einschlags
Laut der Studie unter Leitung von Yifan He beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Mondeinschlags nur 4,3 Prozent. Sollte es jedoch dazu kommen, würde der Asteroid eine Energie von rund 6,5 Megatonnen TNT freisetzen – vergleichbar mit einer Wasserstoffbombe. Die Forscher betonen: „Ein solches Ereignis würde einen etwa einen Quadratkilometer großen Krater auf dem Mond hinterlassen und wäre das energiereichste jemals von den Menschen aufgezeichnete Mondereignis.“
Sichtbarkeit von der Erde
Der Einschlag würde einen extrem hellen Blitz erzeugen, der mehrere Minuten andauert und mit bloßem Auge von der Erde aus erkennbar sein könnte. Anschließend sei ein stundenlanges Infrarot-Nachleuchten zu erwarten. Die schnelle Abkühlung des geschmolzenen Gesteins würde zudem Energie freisetzen, die ein Mondbeben auslöst. Die Forscher berechneten, dass bis zu 100 Millionen Kilogramm (100.000 Tonnen) Trümmer der Mondgravitation entkommen könnten, wobei ein kleiner Teil die Erde erreichen könnte. Denkbar sei auch, dass die Trümmer Monate später auf den Mond zurückfallen.
Zeitpunkt und Sichtbarkeit in Europa
Der mögliche Einschlag wird für den 22. Dezember 2032 gegen 16 Uhr MEZ prognostiziert. Besonders gut sichtbar wäre das Ereignis in Ostasien, dem Pazifikraum und im Westen der USA, da dort zu dieser Zeit Nacht herrscht und der Mond hoch am Himmel steht. In Europa hingegen ist es später Nachmittag, und der Mond geht erst gegen 22 Uhr auf. Zudem ist an diesem Tag ein Dreiviertelmond mit etwa 70 Prozent beleuchteter Oberfläche zu sehen. Daher werde das Spektakel in Europa kaum wahrnehmbar sein, so die Studie.



