China holt erstmals Raketenstufe kontrolliert zurück – Langer Marsch 10B
China holt erstmals Raketenstufe kontrolliert zurück

China hat einen bedeutenden Fortschritt in der Raumfahrttechnologie erzielt: Erstmals gelang die kontrollierte Rückholung der ersten Stufe einer Trägerrakete. Die Stufe der neuen Rakete „Langer Marsch 10B“ wurde auf einer schwimmenden Plattform auf See aufgefangen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Damit ist die Volksrepublik nach den USA das zweite Land weltweit, das über eine zuverlässige Technik für wiederverwendbare Raketen verfügt.

Erfolg im dritten Anlauf

Der aktuelle Erfolg stellte den dritten bekannten chinesischen Versuch dar, die erste Stufe einer Rakete nach einem Flug um die Erde zurückzuholen. Bei zwei vorangegangenen Flügen im vergangenen Jahr war die Rückholung noch gescheitert. Ein von Xinhua veröffentlichtes Video zeigt, wie die Raketenstufe mit laufendem Triebwerk nahezu senkrecht in ein hohes, rechteckiges Gerüst auf der Plattform sinkt – begleitet von einer großen Rauchfahne am Adapter der Zwischenstufe.

Bergung mit Seil-Fangvorrichtung

Nach Angaben der Zeitung „China Daily“ wartete das Rückholschiff „Linghangzhe“ („Pfadfinder“) auf die Raketenstufe. Das Schiff verfolgte sie und passte seine Position laufend an. Spezielle Metallhaken klappten aus und griffen in die gespannten Seile der Fangvorrichtung. China betonte, dass weltweit erstmals eine erste Stufe mit einer solchen Seil-Fangvorrichtung geborgen worden sei. Die Rakete war vom Weltraumbahnhof Hainan gestartet und hatte einen Satelliten in die vorgesehene Umlaufbahn gebracht.

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Nächste Etappe: Wiederverwendung noch 2026

Die nächste entscheidende Etappe soll noch in diesem Jahr folgen. Nach Angaben des Staatssenders CCTV wird erwartet, dass bis Ende 2026 eine erste Raketenstufe bei einem weiteren Flug erneut eingesetzt wird. Ein erfolgreicher Wiedereinsatz würde belegen, dass China eine Raketenstufe nicht nur zurückholen, sondern auch wiederverwenden kann. Xinhua sprach von einem „bedeutenden Durchbruch“.

Teil des Fünfjahresplans

Der Ausbau wiederverwendbarer Raketen ist Teil von Chinas staatlicher Planung. Im gerade angelaufenen neuen Fünfjahresplan der Regierung wird die Technik ausdrücklich genannt. China will außerdem mehr Raketen und Satelliten in Serie bauen und seine Möglichkeiten für kommerzielle Starts ausbauen. Wiederverwendbare Raketen sollen die Kosten senken und häufigere Starts ermöglichen. Neben dem staatlichen Raumfahrtprogramm arbeiten auch mehrere private chinesische Unternehmen an der Technik.

Vergleich mit SpaceX

In den USA ist das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Techmilliardär Elon Musk bei wiederverwendbaren Raketen deutlich weiter. Schon vor rund zehn Jahren brachte SpaceX erstmals erfolgreich eine Stufe seiner „Falcon 9“-Rakete zum Boden zurück. SpaceX spricht von 660 erfolgreichen Missionen mit 614 Landungen und 579 Wiederverwendungen. Bei Tests des „Starship“, des größten jemals gebauten Raketensystems, gelang es SpaceX sogar, die untere Raketenstufe am Startturm mit Greifarmen wieder aufzufangen. Auch andere US-Unternehmen wie Rocket Lab und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos arbeiten an wiederverwendbaren Raketen.

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