DLR Neustrelitz öffnet Türen: Forschung zu Galileo, Weltraumwetter und Navigation live erleben
DLR Neustrelitz: Einblicke in Galileo und Weltraumwetter

Exklusive Einblicke in die Raumfahrtforschung am DLR-Standort Neustrelitz

Am Dienstag öffnete das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) in Neustrelitz seine Türen für den Partnertag des digitalen MV. Diese seltene Gelegenheit ermöglichte Unternehmen und Institutionen, hinter die Kulissen einer der führenden Forschungseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern zu blicken. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie aktuell und vielfältig die Arbeit des DLR am Standort Neustrelitz ist.

Fokus auf wirtschaftliche Zusammenarbeit und digitale Vernetzung

Digitales MV ist eine Landesinitiative zur Förderung der Digitalisierung in Bereichen wie Bildung, Verwaltung und Wirtschaft. Beim Partnertag betonte Dr. Olaf Kranz, Wirtschaftskoordinator des DLR, die Bedeutung einer frühzeitigen Kooperation mit der Wirtschaft. „Die Wirtschaft muss die Produkte des DLR schließlich auch anwenden“, so Kranz in seinem Vortrag. Ein Beispiel ist das R-Mode-System, das zur Navigation auf dem Wasser dient, wenn herkömmliche Satellitensysteme ausfallen.

Landesinnenminister Christian Pegel (SPD) unterstützte diese Aussage in seinem Grußwort und verwies auf die hohe Aktualität der DLR-Arbeit. Pegel, der zum letzten Mal vor knapp zehn Jahren am Standort war, betonte die veränderte Sicherheitspolitik und die Wichtigkeit von Einrichtungen wie dem Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum (DFD). Dessen Leiter Holger Maass erläuterte internationale Kooperationen mit Partnern aus Europa, den USA, Indien und Südkorea sowie die Zusammenarbeit mit dem Marinekommando.

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Weltraumwetter als kritischer Faktor für die Navigation

Das DLR-Institut für Solar-Terrestrische Physik in Neustrelitz erforscht das Weltraumwetter, insbesondere Sonnenstürme, die Satelliten und Navigationssysteme stören können. Dr. Jens Berdermann, Institutsleiter, erklärte, dass zeitnahe Beobachtungen und Vorhersagen entscheidend sind. „Sonnenstürme können nicht nur Polarlichter verursachen, sondern auch die zivile Luftfahrt und Energiesicherheit beeinträchtigen“, so Berdermann. Sein Institut arbeitet an Modellen zur Vorhersage von Störungen in Deutschland.

Nachwuchsförderung und praktische Einblicke

Um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, betreibt das DLR ein Schülerlabor unter der Leitung von Albrecht Weidermann. Bundesweit gibt es 17 solcher School Labs, die Schüler ab der Grundschule bis hin zu Studierenden und Lehrkräften Einblicke in DLR-Themen bieten. „Das Haptische, also das Fassbare, ist besonders wichtig“, betonte Weidermann. Ziel ist es, die Themen anschließend in den Unterricht zu integrieren.

An verschiedenen Stationen konnten Besucher tiefer in die Forschung eintauchen. DLR-Mitarbeiter Manuele Dassié präsentierte die nächste Generation des Galileo-Satellitensystems der EU. „Das aktuelle System ist störanfällig und hat eine geringe Signalstärke“, erklärte Dassié. Die Lösung sei das Kepler-Konzept, bei dem Satelliten aus verschiedenen Umlaufbahnen genutzt und mit optischen Lasern kommunizieren, um die Störanfälligkeit zu reduzieren.

Praktische Anwendungen für die maritime Sicherheit

Das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum (DFD) stellte seine „Fernerkundungsbasierten Echtzeitdienste für die maritime Sicherheit“ vor. Egbert Schwarz erläuterte, wie satellitengestützte Daten zur Navigation auf hoher See genutzt werden, beispielsweise zur Erkennung von Ölfeldern oder zur Eisklassifizierung. Carsten Mönnig demonstrierte an einem Touchscreen eine browserbasierte Karte der Ostsee, die Echtzeitdaten zu Schiffen, Windgeschwindigkeiten und Eisdichte liefert. „Diese Karte ist nur für die Schifffahrt zugänglich und dient der Sicherheit“, so Mönnig.

Der Partnertag des digitalen MV bot somit einen umfassenden Überblick über die innovative Forschung des DLR Neustrelitz und unterstrich die Bedeutung von Digitalisierung und Sicherheit in einer sich wandelnden Welt.

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