Paris – Die Musikwelt trauert um den französischen Elektro-DJ und Produzenten Kavinsky. Vincent Belorgey, wie der Künstler mit bürgerlichem Namen hieß, wurde am Dienstagabend leblos in seiner Wohnung im 18. Arrondissement von Paris aufgefunden. Er wurde 50 Jahre alt.
Todesumstände noch unklar
Nach übereinstimmenden Berichten französischer Medien, darunter „Le Figaro“ und „Le Parisien“, schlugen Nachbarn gegen 22:30 Uhr Alarm, nachdem sie den Musiker längere Zeit nicht gesehen hatten. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Künstlers feststellen. Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte mit: „Es wurde eine Untersuchung zur Todesursache eingeleitet, um die Umstände des Todes zu ermitteln.“ Ersthelfer hätten in der Wohnung „keine verdächtigen Anhaltspunkte“ festgestellt. „Die Ermittlungen dauern an“, so die Behörde.
Einer Polizeiquelle zufolge klagte Kavinsky bereits seit mehreren Tagen über starke Kopfschmerzen. Die Ermittler prüfen nun, ob ein Schlaganfall die Todesursache sein könnte. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen derzeit nicht vor.
Karriere und musikalischer Einfluss
Kavinsky galt als einer der prägendsten Vertreter des sogenannten French Touch, einer Stilrichtung der elektronischen Musik, die in den 1990er Jahren in Frankreich entstand. Sein Sound kombinierte düstere Synthesizerklänge mit treibenden Beats und erinnerte an Filmmusik der 1980er Jahre. Sein Debütalbum „OutRun“ erschien 2013 und wurde von Kritikern gefeiert. Der Künstler war für seine Liebe zu Retro-Ästhetik und schnellen Autos bekannt – sein Markenzeichen war eine weiße Ferrari-Maske.
Bereits 2006 hatte er mit dem Titel „Testarossa Autodrive“ erste Aufmerksamkeit erregt. Der Durchbruch gelang ihm jedoch 2010 mit dem Song „Nightcall“.
Weltruhm mit „Nightcall“
Der Synthwave-Hit „Nightcall“ wurde 2011 weltberühmt, als er im Vorspann des Films „Drive“ mit Ryan Gosling zu hören war. Das Lied entwickelte sich zu einem Kultklassiker und machte Kavinsky über die Elektro-Szene hinaus bekannt. Bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele 2024 in Paris trat er gemeinsam mit der belgischen Sängerin Angèle auf, die „Nightcall“ neu interpretierte. Der Auftritt wurde zu einem der emotionalen Höhepunkte der Feierlichkeiten.
Insgesamt veröffentlichte Kavinsky nur ein Studioalbum und einige EPs, sein Einfluss auf die elektronische Musik war jedoch enorm. Zahlreiche Künstler wie Daft Punk oder Justice zählten ihn zu ihren Inspirationsquellen.
Die Musikwelt reagiert bestürzt. Fans und Weggefährten äußerten in sozialen Medien ihre Trauer. „Vincent war ein Genie. Seine Musik hat eine ganze Generation geprägt“, schrieb ein enger Freund.



