NASA korrigiert Mondlandungsplan nach Helium-Panne: Neues Startfenster für Artemis II
NASA ändert Mondlandungsplan nach Helium-Panne

NASA korrigiert Mondlandungsplan nach Helium-Panne

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat nach einer technischen Panne ihren Zeitplan für die nächste Mondmission angepasst. Artemis II, der bemannte Testflug um den Erdtrabanten, soll nun ab dem 1. April starten können. Ursprünglich war die Mission bereits für Ende Februar vorgesehen, musste jedoch aufgrund eines Problems mit der Heliumversorgung verschoben werden.

Heliumleck stoppte SLS-Rakete

Die fast 100 Meter hohe Space Launch System (SLS)-Rakete hatte am 21. Februar noch erfolgreich einen Betankungstest absolviert. Nur einen Tag später trat jedoch ein kritischer Fehler auf: Beim Einleiten von Helium in die Oberstufe blockierte eine verrutschte Dichtung in einer Schnellkupplung den Durchfluss. Daraufhin rollte die Rakete am 25. Februar zurück in die Montagehalle des Kennedy Space Center in Florida.

Ingenieure fanden die Ursache innerhalb weniger Tage und konnten die defekte Dichtung reparieren. Aktuell arbeiten Techniker am Feinschliff der Rakete, unter anderem werden die Batterien von Kernstufe, Oberstufe und Feststoffboostern ausgetauscht. Zudem soll eine Dichtung an der Leitung für flüssigen Sauerstoff am unteren Ende der Kernstufe ersetzt werden.

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Artemis-Programm wird grundlegend neu strukturiert

Parallel zu den Arbeiten an Artemis II hat die NASA ihr gesamtes Mondprogramm strukturell überarbeitet. Artemis III, ursprünglich als erste Landung von Astronauten nahe dem Mond-Südpol geplant, wird nun frühestens 2027 als reiner Testflug in einem Erdorbit durchgeführt. Dabei soll die Orion-Raumkapsel an kommerzielle Mondlander von SpaceX und Blue Origin andocken.

Folgende Systeme sollen unter realistischen Bedingungen erprobt werden:

  • Rendezvous- und Dockingverfahren
  • Funktion der Lebenserhaltungssysteme
  • Kommunikations- und Antriebssysteme der Landefähren
  • Neue Raumanzüge für Mondmissionen

Zentrale Elemente der neuen Architektur sind zwei Landefahrzeuge: der Blue Moon von Blue Origin sowie die Mondversion des Starship-Systems von SpaceX. Hintergrund der Neuausrichtung sind Warnungen eines NASA-Sicherheitsgremiums, dass die Landemission „um Jahre“ in Verzug geraten könnte.

Neue Zeitpläne und internationale Auswirkungen

Nach der Neuausrichtung soll nun Artemis IV auf der Mondoberfläche landen, voraussichtlich im Jahr 2028. Die NASA strebt anschließend mindestens eine Landemission pro Jahr an. NASA-Administrator Jared Isaacman begründete den Kurswechsel mit der wachsenden Konkurrenz, insbesondere durch China, das eine eigene bemannte Mondlandung bis etwa 2030 anvisiert.

Die europäischen Partner müssen ihre Pläne ebenfalls anpassen. Die Europäische Weltraumorganisation ESA war auf Basis der früheren Planung davon ausgegangen, dass bei Artemis IV erstmals ein Europäer mitfliegt und später auch an einer Landung teilnimmt. Diese Zeitpläne müssen nun neu bewertet werden.

Der rund zehntägige Flug von Artemis II mit den Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen steht nach der Reparatur der Heliumleitung wieder bevor. Sobald alle Arbeiten abgeschlossen sind, soll die Rakete zum Startkomplex 39B zurückrollen, wo letzte Tests vor dem historischen Flug durchgeführt werden.

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