Die US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile US, hat im zweiten Quartal 2026 einen Gewinnsprung verzeichnet, der die Erwartungen der Analysten übertraf. Der Umsatz stieg um 7,9 Prozent auf 22,79 Milliarden Dollar, blieb jedoch leicht hinter den Prognosen zurück. Der Nettogewinn legte auf 3,24 Milliarden Dollar zu, deutlich mehr als erwartet, obwohl Kosten für die Übernahme des Rivalen US Cellular das Ergebnis belasteten.
Kundenwachstum verliert an Schwung
Das Kundenwachstum fiel jedoch schwächer aus als im Vorjahr. Netto kamen 277.000 neue Vertragskonten hinzu, 13 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zwar übertraf dies knapp die Erwartungen, doch das Management stellte für das laufende Quartal nur noch 250.000 neue Konten in Aussicht. Als Grund nannte das Unternehmen eine Tarifumstellung, die vorübergehend mehr Kunden zur Kündigung bewege.
Aktie unter Druck
Die Aktie von T-Mobile US verlor am Donnerstag rund sechs Prozent, nachdem sie in den Tagen zuvor zeitweise 20 Prozent gewonnen hatte. Im Sog rutschte auch die Aktie der Deutschen Telekom um rund ein Prozent ab. Für den Bonner Konzern ist T-Mobile US die mit Abstand wichtigste Beteiligung; jede Nachricht aus Bellevue hat unmittelbare Auswirkungen auf die Muttergesellschaft.
Cashflow-Prognose angehoben
Trotz des verlangsamten Kundenwachstums hob T-Mobile US seine Prognose für den freien Cashflow an. Das Unternehmen erwartet nun einen höheren Mittelzufluss, was auf die starke Performance im Premium-Tarifsegment zurückzuführen ist. Diese Tarife treiben die Umsatz- und Gewinnentwicklung, während der Preiskampf im Massenmarkt zunimmt.
Analysten zeigten sich gespalten: Während die Gewinnzahlen überzeugen, bereitet die nachlassende Dynamik beim Kundenzuwachs Sorgen. Die langfristige Strategie von T-Mobile US setzt auf hochwertige Kunden mit höheren monatlichen Ausgaben, was sich in den Margen widerspiegelt. Ob dies ausreicht, um das Wachstum mittelfristig zu stützen, bleibt abzuwarten.



