August 2026: Letzte totale Sonnenfinsternis für Jahrzehnte
August 2026: Letzte totale Sonnenfinsternis für Jahrzehnte

Mitte August schiebt sich der Mond vor die Sonne – ein Ereignis, von dem die nächste totale Sonnenfinsternis aus deutscher Perspektive erst am 3. September 2081 wieder zu sehen sein wird. Die diesjährige Totalität wird am 12. August von der Arktis über den Nordatlantik, Grönland, Island und Spanien bis zu den Balearen und ins westliche Mittelmeer reichen. In Deutschland bleibt es bei einer partiellen Verfinsterung, die dennoch beeindruckt: Je nach Standort werden zwischen 84 und 92 Prozent der Sonnenscheibe vom Neumond bedeckt.

Partielle Sonnenfinsternis: Zeiten und Sichtbarkeit in Deutschland

Für die meisten Orte in Deutschland beginnt die partielle Sonnenfinsternis gegen 19.20 Uhr und endet gegen 21 Uhr mit dem Sonnenuntergang. Der Himmel wird sich in der Abenddämmerung merklich verdunkeln, auch wenn keine totale Phase erreicht wird. Die letzte totale Sonnenfinsternis, deren Totalitätszone über Süddeutschland und Österreich verlief, war am 11. August 1999 – ein Ereignis, das sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat.

Experten warnen eindringlich davor, das Spektakel ohne spezielle Sonnenfinsternisbrille zu beobachten. Herkömmliche Sonnenbrillen, berußte Gläser oder Ähnliches bieten keinen ausreichenden Schutz. Gerade bei Kindern wird die Projektionsmethode empfohlen: Dabei blickt man nicht direkt in die Sonne, sondern projiziert ihr Bild mit einem kleinen Spiegel oder einer Lochkamera auf eine helle Fläche.

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Perseiden: Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde

Doch der August bietet noch mehr Himmelsphänomene. Der alljährliche Meteorstrom der Perseiden erreicht sein Maximum vom 9. bis 13. August, der Höhepunkt wird in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet. In dieser Nacht sind bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde möglich – und das bei idealen Bedingungen: Da das Maximum in die Neumondzeit fällt, stört kein Mondlicht die Beobachtung.

Die besten Beobachtungszeiten liegen zwischen 23 und 4 Uhr morgens. Die Perseiden sind schnelle Objekte: Sie dringen mit rund 60 Kilometern pro Sekunde, also 216.000 Kilometern pro Stunde, in die Erdatmosphäre ein. Ihren Ursprung haben sie im Kometen 109P/Swift-Tuttle. Wenn die Erde im August seine Staubspur kreuzt, verglühen die Teilchen in der Atmosphäre und erscheinen als leuchtende Meteore – helle Exemplare, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln, sind dabei keine Seltenheit. Der Name Perseiden stammt übrigens nur vom scheinbaren Ausstrahlungspunkt im Sternbild Perseus.

Partielle Mondfinsternis am 28. August

Zum Monatsende wartet der Mond mit einer weiteren Finsternis auf. Am 28. August tritt der Vollmond um 4.34 Uhr in den Kernschatten der Erde ein – die erste Hälfte dieser partiellen Mondfinsternis ist von Deutschland aus zu beobachten. Um 6.13 Uhr erreicht die Verfinsterung ihren Höhepunkt, wobei 94 Prozent des Monddurchmessers im Kernschatten liegen. Es handelt sich also fast um eine totale Mondfinsternis. Kurz nach der Mitte geht der verfinsterte Vollmond unter; der Austritt aus dem Schatten erfolgt um 7.52 Uhr.

Der Mond zeigt im August weitere Besonderheiten: Am 10. erreicht er mit 363.284 Kilometern Distanz seine Erdnahe, am 22. ist er mit 404.642 Kilometern in Erdferne. Vollmond ist am 28. August um 6.19 Uhr im Sternbild Wassermann.

Planeten im August: Venus, Saturn, Merkur, Mars und Jupiter

Unter den Planeten spielt die Venus weiterhin ihre Rolle als Abendstern. Sie leuchtet als erstes Gestirn am Westhimmel, doch nach Mitte August werden ihre Sichtbedingungen zunehmend ungünstiger. Ende August geht die Venus bereits um 21 Uhr unter, also nur eine halbe Stunde nach Ende der Abenddämmerung.

Saturn hingegen gewinnt an Sichtbarkeit. Der Ringplanet steht im Sternbild Fische und geht Anfang August etwa 45 Minuten vor Mitternacht auf, Ende des Monats bereits um 21.17 Uhr. Mit einem Durchmesser, der zehnmal größer ist als der der Erde, und einer extrem schnellen Rotation von etwa zehneinhalb Stunden pro Tag ist Saturn stark abgeplattet: Sein Poldurchmesser ist um ein Neuntel kürzer als der Äquatordurchmesser. Knapp 30 Jahre braucht der Planet für einen Sonnenumlauf – selten wird ein Mensch älter als drei Saturnjahre. Sein größter Mond Titan lässt sich sogar schon mit einem Fernglas erkennen.

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Am Morgenhimmel zeigt sich Merkur in der ersten Augusthälfte. Der sonnennächste Planet nimmt an Helligkeit zu und ist letztmals am 15. August zu erspähen, wenn er um 4.55 Uhr aufgeht – 20 Minuten später sollte man ihn finden. Mars wandert durch das Sternbild Stier und wechselt am 12. August in die Zwillinge. Sein Aufgang verfrüht sich von 2 Uhr am Monatsanfang auf 1.30 Uhr Ende August. Jupiter taucht in der zweiten Monatshälfte am Morgenhimmel auf, im Sternbild Krebs. Am 15. August wird Jupiter von Merkur nördlich überholt – eine reizvolle Konstellation, wenn der kleinste und der größte Planet des Sonnensystems dicht beieinander stehen.

Milchstraße, Sommerdreieck und Sternbilder

Wer einen dunklen Himmel abseits von Mondlicht und künstlicher Beleuchtung findet, kann die sommerliche Milchstraße als schimmerndes Band über das Firmament ziehen sehen. Abertausende glitzernde Sterne formen ein Naturphänomen, das viele Menschen heute nur noch selten zu Gesicht bekommen.

Zur abendlichen Beobachtungszeit steht das Sommerdreieck hoch im Süden. Fast im Zenit leuchtet Wega in der Leier, daneben breitet der Schwan mit dem markanten Kreuz des Nordens seine Flügel aus – sein Hauptstern Deneb markiert das Schwanzende. Den dritten Eckpunkt bildet Atair im Adler, lediglich 16 Lichtjahre von der Sonne entfernt. Ein Stück östlich vom Schwan ist das kleine Sternbild Delphin gut erkennbar. Weit im Westen steht Arktur, während am Osthimmel das Pegasusquadrat langsam aufsteigt – der Pegasus ist das Leitsternbild des Herbsthimmels. Der Große Wagen sinkt zum Nordwesthorizont, bleibt jedoch als Zirkumpolarbild immer sichtbar. Im Nordosten gewinnt die Kassiopeia, das Himmels-W, an Höhe.

Die Sonne: Auf dem Weg zum Herbst

Im August wandert die Sonne auf dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Am 11. verlässt sie früh morgens das Sternbild Krebs und wechselt in den Löwen, an dessen Hauptstern Regulus sie am 23. vorbeizieht. Am selben Tag tritt sie in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um mehr als neun Grad ab, die Tageslänge schrumpft auf 50 Grad Nord um eine Stunde und 51 Minuten – unübersehbare Vorboten des nahenden Herbstes.