Bozen, Italien – Einem Forschungsteam ist eine außergewöhnliche Entdeckung gelungen: Im Gewebe der Gletschermumie Ötzi fanden sie Hefestämme, die sie für die Herstellung von Sauerteigbrot nutzten. Die Aktion, die von Eurac Research und dem Südtiroler Archäologiemuseum durchgeführt wurde, sorgt international für Aufsehen.
Die Entdeckung der Hefe
Die Wissenschaftler analysierten Proben aus dem Gewebe der über 5.000 Jahre alten Mumie. Dabei stießen sie auf Hefestämme, die trotz der langen Zeit noch aktiv waren. Diese wurden isoliert und für die Herstellung eines Sauerteigs verwendet.
Der Backvorgang
Mit der uralten Hefe backten die Forscher ein Brot, das optisch und geschmacklich an traditionelle Sauerteigbrote erinnert. Die Bäckerei war Teil eines Experiments, um die Überlebensfähigkeit der Hefe zu testen.
- Die Hefe stammt aus Ötzis Darmtrakt.
- Das Brot wurde unter sterilen Bedingungen gebacken.
- Das Ergebnis war ein essbares, aber nicht für den Verkauf bestimmtes Brot.
Reaktionen der Fachwelt
Die Entdeckung sorgt in der Wissenschaft für Diskussionen. Einige Experten loben die innovative Methode, andere sehen ethische Bedenken. Die Forscher betonen, dass die Hefe nicht genetisch verändert wurde.
Die Aktion zeigt, wie moderne Technologie und Archäologie zusammenwirken können. Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Fachjournal veröffentlicht.
Ötzi – eine Zeitreise
Ötzi, auch bekannt als der Mann aus dem Eis, wurde 1991 in den Ötztaler Alpen entdeckt. Seitdem wird er intensiv erforscht. Die neuen Erkenntnisse könnten helfen, die Ernährung und Lebensweise der Menschen in der Kupferzeit besser zu verstehen.
Die Forscher planen nun weitere Tests, um die Hefe genauer zu untersuchen. Ob das Brot jemals in den Handel kommt, ist fraglich. Die Wissenschaftler sehen die Aktion eher als kulinarisches Experiment.



