Historisches Flugzeugwrack in Polen entdeckt – Spaziergänger findet Überreste
Historisches Flugzeugwrack in Polen entdeckt

Ein Spaziergänger hat in einem Waldgebiet östlich von Świnoujście in Polen zufällig die Überreste eines Flugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Wie das Museum für Küstenverteidigung mitteilte, handele es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine britische Maschine. Die Fundstücke deuten auf einen Bomber vom Typ Avro Lancaster oder eine de Havilland Mosquito hin.

Zufallsfund beim Beerensammeln

Der Mann war auf der Suche nach Beeren, als er auf Aluminiumfragmente und durch starke Hitze beschädigte Munition in einer flachen Grube stieß. Er sammelte die Teile ein und übergab sie dem Museum für Küstenverteidigung in Świnoujście. Die Fachleute des Museums führten eine detaillierte Untersuchung durch und stellten fest, dass es sich nicht um gewöhnlichen Schrott handelte. Die räumliche Verteilung der Trümmer im Wald sowie die aufgefundenen Aluminiumbleche und Nieten ließen auf eine Flugzeugabsturzstelle schließen.

Munition und Bauteile als Schlüssel zur Identifikation

Besonders aufschlussreich war die Analyse der Munition. Die Patronen wurden als Munition des Kalibers .303 identifiziert, die während des Zweiten Weltkriegs in Browning-Flugzeugmaschinengewehren der britischen Luftwaffe verwendet wurde. Dieses Kaliber diente über Jahrzehnte als Standardmunition der britischen Streitkräfte und des Commonwealth, bevor es in den 1950er Jahren durch die 7,62 × 51 Millimeter NATO-Patrone ersetzt wurde.

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Weitere Hinweise lieferte ein Kupferrohr mit einem alphanumerischen Code. Anhand technischer Unterlagen der Royal Air Force konnten die Experten das Bauteil nahtlosen Kupferrohren für Treibstoff, Öl, Gas, den Motorstart und andere Bordsysteme zuordnen. Zudem wies das Bauteil einen Hochdruckanschluss des Typs Avimo auf, der ebenfalls in britischen Militärflugzeugen verbaut wurde. Die Kombination der Funde spricht für ein Flugzeug mit einem Merlin-Motor.

Historischer Kontext und weitere Planung

Die Region Pommern war in den letzten Kriegsjahren Ziel alliierter Luftangriffe auf Häfen, Werften und Industrieanlagen. Świnoujście selbst verfügte über eine ausgebaute militärische Infrastruktur mit starker Luftverteidigung, was die Präsenz mehrerer Absturzstellen in der Umgebung historisch belegt. Die Archäologen planen nun archäologische Ausgrabungen, um die Absturzstelle vollständig zu dokumentieren und den genauen Flugzeugtyp zu bestimmen.

Der Fundort soll offiziell als archäologische Fundstätte ausgewiesen werden. Der Denkmalschutz der Provinz, der Forstbezirk Międzyzdroje und die Behörden für militärische Grabstätten haben bereits Maßnahmen eingeleitet. Die Verantwortlichen warnen ausdrücklich vor unbefugten Grabungen, da im Boden weitere Wrackteile, Munition und möglicherweise sterbliche Überreste der Besatzung vermutet werden. Sollte sich dies bestätigen, würde die Stätte als Kriegsgrab eingestuft.

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