Kuba-Ara in Senckenberg: Wie ein ausgestorbener Vogel bewahrt wird
Kuba-Ara: Ausgestorbener Vogel in Senckenberg bewahrt

In der Luft liegt ein beißender Geruch nach Mottenpulver. Der Raum steht voll mit riesigen alten Holzschränken. Darin verborgen: mehr als 100.000 Vogel-Präparate – ausgestopfte Tiere, Skelette und Eier. Gerald Mayr, Leiter der Ornithologie am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum, hebt ein besonderes Exemplar aus der Schublade: „Das ist ein Kuba-Ara, ein Papagei von der gleichnamigen Insel. Diese Art ist um 1870 ausgestorben“, sagt er. Weltweit existieren weniger als 20 historische Präparate dieses bunten Vogels.

Mini-Kolibris und längst ausgestorbene Aras

Ein weiteres, deutlich kleineres Exemplar ist eine Hummelelfe von 1871. Das Tier, auch Bienenkolibri genannt, wird nur etwa sechs Zentimeter groß. „Das ist ziemlich selten inzwischen, davon haben wir auch nur zwei Stück. Es ist eines der kleinsten warmblütigen Wirbeltiere überhaupt“, erklärt Mayr, während er das Mini-Tier auf seiner großen Hand hält.

Ara und Kolibri sind lediglich zwei von mehr als 40 Millionen Objekten in den wissenschaftlichen Sammlungen Senckenberg. Diese befinden sich zum größten Teil in Frankfurt, aber auch in Städten wie Dresden und Görlitz. Das Frankfurter Senckenberg Naturmuseum, eröffnet 1821, zeigt rund 11.000 Exponate. Am bekanntesten sind wahrscheinlich die Dinosaurier-Skelette und die Anakonda, die ein Wasserschwein verschlingt. Bei Sonderausstellungen greift das Museum auf die verborgenen Schätze der Sammlungen zurück, die sonst der Forschung dienen.

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Teile der Sammlung sind bereits digitalisiert

Zu den Sammlungen gehören Fossilien, Pflanzen, Insekten, Knochen und präparierte Tiere unterschiedlicher Arten. In einem Gebäude lagern mehr als 1,2 Millionen Tag- und Nachtfalter in allen möglichen Farben. Darunter eine große Sammlung von den Philippinen, die einst als Spende übergeben wurde. Steffen Pauls, Leiter der Abteilung Terrestrische Zoologie, erläutert: „Die Sammlung der Schmetterlinge muss bei rund 18 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von etwa 50 Prozent gehalten werden, damit sich keine Museumskäfer entwickeln können.“

Mottenpulver schützt die Vogel-Präparate

Und worauf ist bei der Lagerung der Vogel-Exemplare zu achten? „Die sind wie Mumien, die würden sich ewig halten, wenn keine Insekten daran kommen – oder Feuchtigkeit“, sagt Mayr. Das erkläre auch den Geruch nach Mottenpulver. Zudem müsse auf gleichbleibende Temperaturen geachtet werden. „Es darf nicht zu heiß, zu kalt oder zu feucht werden, sonst könnten die Exponate schimmeln. Aber das hat jetzt schon seit 200 Jahren ganz gut funktioniert.“

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