1400 Jahre alte Lanzenspitze aus der Iller restauriert
Lanzenspitze aus der Iller restauriert

Bei Kellmünz im Landkreis Neu-Ulm haben Archäologen eine bemerkenswerte Lanzenspitze aus dem 7. Jahrhundert restauriert. Das rund 1400 Jahre alte Fundstück wurde aus der Iller geborgen und ist nun nach aufwendiger Restaurierungsarbeit wieder in einem beeindruckenden Zustand.

Ein bedeutender Fund aus der Alamannenzeit

Die Lanzenspitze stammt aus der Zeit der Alamannen, die im frühen Mittelalter das Gebiet zwischen Rhein und Lech besiedelten. Sie wurde im Flussbett der Iller entdeckt, wo sie vermutlich durch Erosion oder menschliche Einflüsse abgelagert wurde. Experten datieren das Objekt auf das 7. Jahrhundert, eine Zeit, in der Waffen und Werkzeuge aus Eisen eine zentrale Rolle im Alltag und in der Kriegsführung spielten.

Die Restaurierung wurde von Fachleuten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege durchgeführt. Sie dauerte mehrere Monate und umfasste eine sorgfältige Reinigung sowie eine Konservierung, um das Metall vor weiterer Korrosion zu schützen. Die Lanzenspitze ist etwa 30 Zentimeter lang und weist noch deutliche Gebrauchsspuren auf.

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Einblicke in die frühmittelalterliche Geschichte

Der Fund ist nicht nur für die Region Illertissen von Bedeutung, sondern auch für die Erforschung der alamannischen Kultur. Ähnliche Funde gibt es nur wenige, und jeder einzelne trägt dazu bei, das Bild vom Leben und der Ausrüstung der Alamannen zu vervollständigen. Die Lanzenspitze könnte als Jagd- oder Kriegswaffe gedient haben, möglicherweise auch als Statussymbol.

Archäologen betonen, dass Flussfunde wie dieser oft gut erhalten sind, da sie unter Luftabschluss im Sediment konserviert wurden. Die Restaurierung ermöglicht es nun, das Objekt wissenschaftlich zu untersuchen und möglicherweise weitere Erkenntnisse über die Herstellungstechniken der damaligen Zeit zu gewinnen.

Präsentation und zukünftige Forschung

Die restaurierte Lanzenspitze soll künftig in einer Ausstellung zur Alamannenzeit in der Region gezeigt werden. Zudem sind weitere Untersuchungen geplant, etwa metallurgische Analysen, um die genaue Zusammensetzung des Eisens zu bestimmen. Diese können Aufschluss über Handelswege und Produktionsstätten geben.

Die Entdeckung unterstreicht die reiche archäologische Bedeutung des Illertals. Bereits in der Vergangenheit wurden dort zahlreiche Funde aus verschiedenen Epochen gemacht. Die Lanzenspitze ist jedoch einer der ältesten und am besten erhaltenen Waffenfunde aus dieser Gegend.

Die Restaurierung wurde vom Landkreis Neu-Ulm und dem Freistaat Bayern finanziert. Die Kosten beliefen sich auf rund 10.000 Euro, wie das Landesamt mitteilte. Die Lanzenspitze wird nun in einem Depot des Landesamts aufbewahrt, bis sie in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden kann.

Für die Archäologen ist der Fund ein Glücksfall. „Solche Objekte sind selten und von unschätzbarem Wert für die Geschichtsforschung“, sagte Dr. Markus Schmidt, Leiter des Restaurierungsteams. „Die Lanzenspitze gibt uns einen direkten Einblick in die materielle Kultur der Alamannen.“

Insgesamt ist der Fund ein weiteres Puzzlestück im Verständnis der frühmittelalterlichen Besiedlung Süddeutschlands. Die Region um Kellmünz war damals ein wichtiger Handelsknotenpunkt, und die Iller diente als Verkehrsweg.

Die wissenschaftliche Auswertung wird voraussichtlich noch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Anschließend sollen die Ergebnisse in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden. Die Öffentlichkeit kann die Lanzenspitze dann im Rahmen von Führungen und Sonderausstellungen bewundern.

Die Restaurierung ist ein Beispiel für die wichtige Arbeit der Denkmalpflege, die oft im Verborgenen stattfindet. Sie sichert Kulturgüter für kommende Generationen und ermöglicht es, Geschichte lebendig zu halten.

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