Murmeltiere auf OnlyFans: Professor trotzt Trump-Forschungspolitik
Murmeltiere auf OnlyFans gegen Trump-Sparpolitik

Der US-amerikanische Verhaltensforscher Dan Blumstein hat einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um seine Forschung fortzusetzen: Er veröffentlicht Murmeltier-Videos auf der Plattform OnlyFans, die normalerweise für Erwachseneninhalte bekannt ist. Unter dem Accountnamen "OnlyMarms" zeigt er Aufnahmen von Gelbbauchmurmeltieren, um Einnahmen zu generieren und so die finanziellen Folgen von Donald Trumps Forschungspolitik abzufedern.

Einzigartiges Projekt mit wissenschaftlichem Hintergrund

Der Professor der University of California in Los Angeles (UCLA) erforscht seit Jahrzehnten das Verhalten von Murmeltieren. Seine Langzeitstudie in den Rocky Mountains liefert wichtige Erkenntnisse über Anpassungsfähigkeit und Sozialverhalten dieser Tiere. Doch die Kürzungen im Forschungsbudget haben seine Arbeit bedroht, wie er im Interview mit dem SPIEGEL erläutert.

Blumstein erklärt, dass die Idee zu OnlyFans aus der Not geboren wurde. "Wir mussten kreativ werden, um unsere Arbeit fortzusetzen", sagt er. Die Plattform biete ihm die Möglichkeit, direkt mit einem Publikum in Kontakt zu treten, das Interesse an Natur und Wissenschaft hat.

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Überraschende Resonanz und neue Zielgruppen

Die Resonanz auf OnlyMarms ist überraschend positiv. Innerhalb weniger Wochen konnte der Account eine beträchtliche Anzahl von Abonnenten gewinnen. Viele Nutzer zeigen sich fasziniert von den Einblicken in das Leben der Murmeltiere, die sonst kaum zu sehen sind.

Blumstein betont, dass es ihm nicht um Sensation geht, sondern um Wissenschaftskommunikation. "Die Videos zeigen den Alltag der Tiere, ihre Interaktionen und ihre Umgebung", erklärt er. Die Einnahmen fließen direkt in die Forschung, etwa in die Anschaffung von Kameras und anderen Ausrüstungsgegenständen.

Kritik und Herausforderungen

Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Manche Kollegen halten das Vorgehen für unseriös, andere sehen darin eine Verzweiflungstat. Blumstein kontert: "Wissenschaft muss sich anpassen, wenn die Rahmenbedingungen sich ändern." Er verweist auf die wachsende Bedeutung von alternativen Finanzierungsmodellen in der Forschung.

Die Plattform OnlyFans selbst hat sich in den letzten Jahren zunehmend für nicht-sexuelle Inhalte geöffnet. Künstler, Musiker und jetzt auch Wissenschaftler nutzen die Plattform, um ihre Arbeit zu präsentieren und zu finanzieren. Blumstein ist jedoch einer der ersten, der dies mit wissenschaftlichen Inhalten tut.

Blick in die Zukunft

Blumstein hofft, dass sein Experiment Schule macht. "Wenn andere Forscher ähnliche Wege gehen, könnte das eine neue Ära der Wissenschaftskommunikation einläuten", sagt er. Die Nachfrage nach Naturdokumentationen und Tierbeobachtungen ist groß, wie die steigenden Abonnentenzahlen zeigen.

Bis Ende des Jahres will er das Projekt fortsetzen und ausbauen. Geplant sind Live-Übertragungen aus dem Forschungsgebiet und Interviews mit anderen Wissenschaftlern. "Die Murmeltiere haben es verdient, gesehen zu werden", sagt Blumstein mit einem Lächeln.

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