Warum Routinen unser Verhalten stärker steuern als Entscheidungen
Routinen steuern Verhalten stärker als Entscheidungen

In der aktuellen Folge des Wissenschafts-Podcasts „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ dreht sich alles um Gewohnheiten und ihre Macht über unseren Alltag. Der Verhaltensforscher Prof. Bas Verplanken von der University of Bath erläutert, warum Routinen unser Handeln oft stärker lenken als bewusste Entscheidungen. Viele Menschen überschätzen, wie sehr sie ihr Verhalten aktiv steuern können, während der Kontext eine entscheidende Rolle spielt.

Warum das Gehirn Routinen liebt

Alltägliche Handlungen wie der Griff zum Kaffee, der Blick aufs Smartphone oder der Weg zur Arbeit laufen meist automatisch ab. Das Gehirn nutzt Routinen, um Energie zu sparen. Müsste jeder Schritt bewusst entschieden werden, wäre das ineffizient. Gewohnheiten helfen, wiederkehrende Situationen schnell und reibungslos zu bewältigen, sodass geistige Kapazitäten für andere Aufgaben frei bleiben. Entscheidend ist die Wiederholung: Wenn eine Situation immer wieder mit einer Handlung verknüpft wird, die sich belohnend anfühlt, entsteht eine stabile Verbindung. Später wird diese Reaktion automatisch wahrscheinlicher.

Warum gute Vorsätze oft nicht reichen

Wer eine unliebsame Gewohnheit ändern möchte, muss laut Verplanken zuerst verstehen, wodurch sie ausgelöst wird. Es geht nicht nur um das „Was“, sondern auch um das „Wann, Wo und in welchem Umfeld“. Ein Beispiel: Wer nach dem Kaffee regelmäßig Schokolade isst, verbindet den Kaffee mit dem Griff zur Süßigkeit. Um diese Routine zu durchbrechen, reicht es selten, sich nur vorzunehmen, damit aufzuhören. Hilfreicher ist es, eine konkrete Alternative festzulegen – also im Voraus zu bestimmen, was man stattdessen tun möchte. In der Verhaltensforschung spricht man von Umsetzungsabsichten, bei denen möglichst konkret geplant wird, welche Handlung in welcher Situation erfolgen soll.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Brüche im Alltag als Chance

Zusätzlich können Unterbrechungen im Alltag helfen, alte Muster zu lösen. Ein Umzug, eine Reise oder ein veränderter Tagesablauf schwächen Gewohnheiten, weil die bekannten Auslöser fehlen. Solche Brüche machen Veränderung leichter, können aber auch irritierend sein, denn Routinen geben nicht nur Struktur, sondern auch Sicherheit und Komfort. Fehlen sie plötzlich, wird spürbar, wie sehr sie den Alltag normalerweise tragen.

Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript des Wissenschaftspodcasts erstellt. „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir Mythen und psychologische Phänomene – faktenbasiert und auf dem neuesten Stand der Forschung, in nur zehn Minuten. Neue Folgen erscheinen dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration