Sachsen und Sardinien haben ihre gemeinsame Bewerbung um das europäische Forschungsprojekt Einstein-Teleskop besiegelt. Vertreter deutscher und italienischer Wissenschaftseinrichtungen unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung am Morgen in Nuoro auf Sardinien, wie die Technische Universität Dresden mitteilte. Auf deutscher Seite tragen die TU Dresden und das Karlsruher Institut für Technologie die Kooperation. Ziel ist die sogenannte Doppel-L-Konfiguration, bei der das Einstein Telescope aus zwei komplementären L-förmigen Interferometern an den Standorten Lausitz und Sardinien bestehen soll.
Wissenschaftliche Bedeutung des Einstein-Teleskops
Das Einstein-Teleskop gilt als entscheidender Schritt bei der Erforschung des Universums. Mit seiner Hilfe können Gravitationswellen aus dem All gemessen und ausgewertet werden. Forscher erhoffen sich dadurch neue Erkenntnisse über die Kollision von schwarzen Löchern und den Beginn des Universums. Das Projekt soll Schlüsseltechnologien wie Hochleistungsrechnen, KI-gestützte Datenanalyse, Optoelektronik und Präzisionsmesstechnik voranbringen.
Bereits zu Beginn des Jahres war eine Absichtserklärung zwischen den deutschen und italienischen Partnern in Rom unterzeichnet worden. Die nun besiegelte Kooperation sei ein weiterer wichtiger Schritt, sagte Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU). Ursula Staudinger, Rektorin der TU Dresden, betonte: „Das Einstein-Teleskop bietet die große Chance, Schlüsseltechnologien wissenschaftlich und technologisch weiterzuentwickeln.“ Die TU bringe ihre Stärken in den genannten Bereichen ein.
Standortentscheidung und weitere Bewerber
Die endgültige Standortentscheidung für das Einstein-Teleskop wird 2027 erwartet. Neben der sächsisch-sardischen Kooperation bewirbt sich auch die deutsch-niederländisch-belgische Grenzregion Euregio Maas-Rhein um das Forschungsgroßprojekt. Die Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Sardinien zielt darauf ab, die Chancen für eine Realisierung des Teleskops in der Doppel-L-Konfiguration zu erhöhen.



