Walhaie jagen in der Tiefe: Video widerlegt bisherige These
Walhaie jagen in der Tiefe: Video widerlegt These

Forscher des Australian Institute of Marine Science (AIMS) haben mit Hilfe von an Walhaien befestigten Kameras spektakuläre Einblicke in das Fressverhalten der größten Fische der Welt gewonnen. Die Aufnahmen widerlegen die bisherige wissenschaftliche These, dass Walhaie ihre Nahrung vorwiegend an der Meeresoberfläche aufnehmen.

Neue Erkenntnisse aus der Tiefe

Die Videoaufnahmen zeigen, dass Walhaie nicht nur an der Oberfläche nach Nahrung suchen, sondern auch in größeren Tiefen gezielt Krillschwärmen folgen. Dieses Verhalten wurde zuvor nicht dokumentiert und stellt das bisherige Verständnis der Nahrungssuche dieser Tiere in Frage.

Die Kameras wurden an den Rückenflossen der Walhaie befestigt und zeichneten über mehrere Stunden hinweg das Verhalten der Tiere auf. Die Aufnahmen zeigen, wie die Haie in Tiefen von mehr als 50 Metern systematisch nach Krill suchen und dabei oft lange Tauchgänge unternehmen.

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Methodik der Studie

Das Forscherteam des AIMS verwendete speziell entwickelte Kamerapakete, die mit Saugnäpfen an den Haien befestigt wurden. Die Geräte sind mit Drucksensoren und Tiefenmessern ausgestattet, um die Bewegungen der Tiere genau zu verfolgen. Die Auswertung der Daten ergab, dass Walhaie deutlich mehr Zeit in tieferen Wasserschichten verbringen als bisher angenommen.

„Diese Beobachtungen verändern unser Verständnis der Ökologie von Walhaien grundlegend“, erklärte ein Sprecher des AIMS. „Die Tiere sind offenbar viel anpassungsfähiger, als wir dachten.“

Bedeutung für den Artenschutz

Die neuen Erkenntnisse haben weitreichende Implikationen für den Schutz der bedrohten Walhaie. Bisherige Schutzmaßnahmen konzentrierten sich vor allem auf die Oberflächengewässer. Die Studie legt nahe, dass auch tiefere Meeresregionen als wichtige Nahrungsgründe geschützt werden müssen.

Zudem zeigen die Aufnahmen, dass Walhaie in der Lage sind, Krillschwärmen auch in stark strömungsreichen Gebieten zu folgen. Dies erfordert eine Anpassung der Modelle zur Vorhersage ihrer Wanderbewegungen und damit auch der Schutzgebiete.

Ausblick auf zukünftige Forschung

Das AIMS plant, die Kamerastudien auf weitere Individuen auszudehnen und auch das Verhalten in anderen Regionen zu untersuchen. Die Forscher erhoffen sich dadurch ein umfassenderes Bild der Lebensweise der Walhaie, das zur Verbesserung von Schutzstrategien beitragen kann.

Die spektakulären Videoaufnahmen werden zudem für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt, um auf die Bedrohung dieser faszinierenden Tiere aufmerksam zu machen. Walhaie gelten als gefährdet, unter anderem durch Schiffsverkehr und Fischerei.

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