Tragödie im Tiger Kingdom: 72 Tiger in thailändischem Zoo an Krankheiten verendet
72 Tiger sterben in umstrittenem thailändischem Zoo

Tragödie im Tiger Kingdom: 72 Tiger in thailändischem Zoo an Krankheiten verendet

In dem umstrittenen Tierpark Tiger Kingdom in Chiang Mai, Thailand, sind innerhalb kurzer Zeit 72 Tiger an schweren Krankheiten gestorben. Die Todesfälle werfen ein düsteres Licht auf die Haltungsbedingungen in Einrichtungen, die Touristen den engen Kontakt mit Raubkatzen ermöglichen.

Staupe und Katzenseuche als Todesursache

Laut einer Mitteilung des Veterinäramts von Chiang Mai vom Freitag wurden bei den verstorbenen Tigern Infektionen mit dem hochansteckenden Staupe-Virus sowie bakteriellen Erregern nachgewiesen. Ein Sprecher der Behörde erklärte, dass die Staupe bei Tigern schwerer zu diagnostizieren sei als bei Hunden oder Katzen: „Als wir merkten, dass sie krank sind, war es schon zu spät.“

Zusätzlich litten die Tiere an der sogenannten Katzenseuche, ausgelöst durch das feline Parvovirus. Die ersten Todesfälle wurden bereits am 8. Februar registriert. Insgesamt wurden im Tiger Kingdom 246 Tiger gehalten, sodass mehr als ein Viertel des Bestands verendet ist.

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Kritik von Tierschützern und mögliche Ursachen

Tierschutzorganisationen wie Peta reagierten mit scharfer Kritik auf die Vorfälle. Ein Sprecher sagte: „Diese Tiger sind gestorben, wie sie gelebt haben – in Elend, Gefangenschaft und Angst. Wenn die Touristen wegblieben, würden sich solche Einrichtungen sehr schnell nicht mehr rentieren, und derartige Tragödien würden deutlich unwahrscheinlicher.“

Die Bangkok Post berichtet unter Berufung auf das Ministerium für Viehzucht, dass Inzucht unter den in Gefangenschaft lebenden Tigern deren Immunsystem geschwächt und die Ansteckungsgefahr erhöht haben könnte. Dies unterstreicht die problematischen Zuchtpraktiken in solchen Parks.

Touristische Attraktion mit dunkler Seite

Der Tiger Kingdom wirbt aktiv damit, dass Besucher die Raubkatzen anfassen, streicheln und Selfies mit ihnen machen können. Im Internet kursieren zahlreiche Bilder, die diese Praxis dokumentieren. Die Einrichtung steht jedoch seit langem in der Kritik von Tierschützern, die die Haltungsbedingungen als unzureichend und tierquälerisch anprangern.

Die jüngsten Todesfälle haben die Debatte über den ethischen Umgang mit Wildtieren in touristischen Einrichtungen neu entfacht. Experten fordern strengere Kontrollen und ein Umdenken im Tourismussektor, um ähnliche Tragödien in Zukunft zu verhindern.

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