Die irische Schauspielerin Brenda Fricker ist tot. Sie starb im Alter von 81 Jahren, wie britische Medien berichten. Millionen Kinobesucher kennen sie als die gutherzige Taubenlady aus dem Weihnachtsklassiker „Kevin – Allein in New York“. In dem Film von 1992 spielte sie eine einsame Frau im Central Park, die sich um Tauben kümmert und dem kleinen Kevin McCallister (Macaulay Culkin) zur Seite steht. Was zunächst unheimlich wirkt, entwickelt sich zu einer herzerwärmenden Freundschaft. Diese kleine Rolle machte Fricker unvergesslich.
Oscar-Gewinnerin und erste irische Preisträgerin
Doch Brenda Fricker war weit mehr als nur die Taubenlady. In ihrer Heimat Irland galt sie als eine der angesehensten Schauspielerinnen ihrer Generation. 1990 schrieb sie Filmgeschichte: Für ihre Darstellung der Mutter Bridget Fagan Brown in dem Drama „Mein linker Fuß“ gewann sie den Oscar als beste Nebendarstellerin. Sie war die erste irische Schauspielerin, die diese Auszeichnung erhielt. In ihrer Dankesrede widmete sie den Preis „allen Menschen in Irland“. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Künstlers Christy Brown, der mit einer schweren Behinderung geboren wurde.
Leben und Karriere abseits des Rampenlichts
In Deutschland blieb vor allem ihr Bild als Taubenlady im Gedächtnis: umringt von Vögeln, mit müdem Blick und großem Herzen. Zuletzt veröffentlichte Fricker ihre Memoiren unter dem Titel „She Died Young“. Erst Anfang des Jahres hatte die Stadt Dublin angekündigt, sie mit der „Freedom of the City of Dublin“ zu ehren. Die offizielle Verleihung sollte zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.
Ihre letzte Rolle spielte sie 2024 in dem Film „The Swallow“, in dem sie als ältere Frau auf ihr Leben zurückblickt. Privat suchte Fricker nie die große Bühne. Sie war mit dem Regisseur Barry Davis verheiratet; die Ehe wurde 1988 geschieden. Kinder hatte sie nicht. In Interviews sprach sie offen über mehrere Fehlgeburten, die sie erlitt. Nach der Scheidung heiratete sie nicht wieder.
Ein stiller Abschied von einer großen Schauspielerin
Jetzt trauert nicht nur Irland um eine große Schauspielerin, sondern auch eine ganze Generation von „Kevin“-Fans um die Frau, die mit ein paar Tauben und viel Wärme unvergesslich wurde. Brenda Fricker hinterlässt ein beeindruckendes filmisches Erbe, das weit über die Weihnachtszeit hinausreicht.



