Die langjährige Direktorin des Potsdamer Filmmuseums, Bärbel Dalichow, ist mit dem Verdienstorden am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Die höchste deutsche Ehrung für Verdienste um das Gemeinwesen wurde ihr am 12. Juni von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) überreicht, wie das Filmmuseum am Mittwoch mitteilte.
Würdigung für kulturelles Lebenswerk
Mit dem Orden werden Menschen geehrt, die das kulturelle Leben über viele Jahre hinweg geprägt und bereichert haben, hieß es aus dem Haus von Kulturstaatsminister Weimer. Dalichow leitete das Potsdamer Filmmuseum von 1990 bis 2013 und prägte die Einrichtung in ihrer Amtszeit maßgeblich. Sie stieß über Filme und Filmgespräche gesellschaftliche Diskurse an und erinnerte im Haus an die Arbeit und die filmischen Werke der ehemaligen DEFA-Mitarbeiter.
Weimer bezeichnete Dalichow in seiner Laudatio als einen „Door Opener für die grandiose Kultur des Kinos“. Er betonte, dass es ohne Dalichow das Potsdamer Filmmuseum wohl nicht mehr geben würde. Durch ihr Wirken habe sie „ein Stück kultureller Identität“ gerettet. „Ihnen ist zu verdanken, dass das Filmerbe der DDR gesichert werden konnte“, so Weimer laut Mitteilung des Filmmuseums.
Publikationen und persönliche Geschichte
Der Kulturstaatsminister verwies auch auf das publizistische Wirken der gebürtigen Potsdamerin. Die 73-Jährige setzte sich in ihrem Buch „Wir wollten ein anderes Land“ mit ihrer Geschichte und der ihrer Eltern, der früheren Potsdamer Oberbürgermeisterin Brunhilde Hanke und dem Kulturwissenschaftler Helmut Hanke, auseinander. Sie schildert darin ihren verratenen Fluchtversuch aus der DDR, die folgenden wochenlangen Stasi-Verhöre und ihre berufliche Degradierung.
Dalichow ist heute freie Autorin und lebt abwechselnd in Potsdam und der Uckermark. Die Auszeichnung unterstreicht ihren herausragenden Beitrag zur Bewahrung des filmischen Erbes der DDR und zur kulturellen Identität der Region.



